Schlag gegen Schleuser

80 Polizisten bei Durchsuchung im Einsatz

Langenhagen. Die Bundespolizei hat am Mittwoch einen Großeinsatz gegen Schleuser durchgeführt. 80 Polizisten durchsuchten im Auftrag der Staatsanwaltschaft Dresden fünf Wohnungen, darunter eine in Langenhagen, eine in Hannover, eine in Essen und zwei in Berlin. Anlass der Durchsuchungen sind Ermittlungen der
Bundespolizeiinspektion Halle wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern gegen eine syrische Tätergruppierung. Diese steht im Verdacht, Drittausländer kurdischer Volkszugehörigkeit über die Türkei, Bulgarien, Serbien, Mazedonien nach Ungarn und weiter über Österreich nach Deutschland zu
schleusen. Die Organisation der Taten erfolgte durch den bisher noch nicht identifizierten Hauptbeschuldigten, der sich vermutlich in der Türkei aufhält. Unterstützung erhielt er dabei durch bereits in Deutschland lebende Familienangehörige, die zum Beispiel für den Hauptorganisator Schleusergelder in Höhe von bis zu 8.000 Euro eintrieben.
Bei den Durchsuchungen konnte umfangreiches Beweismaterial beschlagnahmt werden. Dabei handelt es sich insbesondere um Mobiltelefone, Bargeld in Höhe von 2.500 Euro, einen verfälschten und einen gestohlenen polnischen Reisepass sowie zahlreiche schriftliche Auszeichnungen zu tatrelevanten inkriminierenden
Finanztransaktionen. Beamte der Bundespolizeidirektion Bereitschaftspolizei sowie der Bundespolizeidirektionen Berlin und Sankt Augustin unterstützten die
Ermittler beim Einsatz.