Schlappe für Mirko Heuer

Langenhagen (ok). Eine kräftige Schlappe musste Bürgermeister Mirko Heuer in der jüngsten Sitzung des Stadtplanungs- und Bauausschusses einstecken. Seine Idee eines Rathausneubaus auf dem Gelände des Handelshofes stieß bei keinem der Politiker auf Gegenliebe; da half es auch nicht viel, dass Stadtbaurat Carsten Hettwer versuchte, die Intention der vorgelegten Verwaltungsdrucksache zu erklären: Den Ratsmitgliedern sollten Daten als Entscheidungsgrundlage geliefert werden. Ein zentraler Neubau mit allen Fachbereichen hätte viele Vorteile für die Bürgerinnen und Bürger, abgesehen von den Mietkosten, die gespart werden. Wegen der auslaufenden Verträge müsse auch zeitnah entschieden werden. Ein Anbau auf dem benachbarten Parkplatz bringe viel Unruhe und auch Umzugsstress. Für Werner Knabe (BBL) keine Alternative, Langenhagen habe „funktionierendes und vernünftiges Rathaus“. Mike Scheer (SVG) ging sogar noch einen Schritt weiter, für ihn ist die Drucksache nicht das Papier wert, auf der sie geschrieben ist. Marco Brunotte (SPD) ist der Ansicht, dass die Verwaltung die Ressourcen besser genutzt und sich lieber anderen Bauprojekten zugewendet hätte. Und Verwaltungschef Mirko Heuer schrieb der Sozialdemokrat ins Stammbuch: „Herr Bürgermeister, auch Sie sind Teil der Politik und gewähltes Ratsmitglied und sollten nicht einfach bloß Zahlen abliefern.“ Die Linie der Verwaltung scheint aber klar: „Wir liefern die Daten, sie entscheiden.“ Und die Politikerinnen und Politiker haben entschieden, sich klar gegen einen Neubau ausgesprochen. Den Beschluss, den Heuer und Hettwer sich in der Sitzung gewünscht hatten, gab es allerdings auch nicht. Vielmehr lehnten die Politiker die Vorlage der Verwaltung ab, nicht zuletzt auch, weil die Kosten für Neu- und auch Anbau mit 30 Millionen Euro und mehr absolut utopisch seien. Jetzt soll in den Fraktionen noch einmal intensiv über einen Anbau und den dazugehörigen Kostenrahmen diskutiert werden.