Schlauch unterirdisch ausgehärtet

Abpumpen, hinten mittels Tankwagen, und Einführen der Inliner-Technik vorne liefen parallel. (Foto: G. Gosewisch)

Vorsorgliche Kanal-Sanierung auf 150 Meter Länge

Kaltenweide (gg). Auffallend groß war der Maschinen-Einsatz auf der Wagenzeller-Straße am vergangenen Montag. Der Linksabbieger auf der Kananoher Straße war ab 8 Uhr gesperrt. Zwischen Wedemark- und Kananoher Straße sanierte der städtische Betrieb Stadtentwässerung (SE) auf 150 Meter Länge den Abwasserkanal – unterirdisch, ohne Öffnen der Fahrbahn oder sonstigen Schachtarbeiten. „Das Besondere ist, dass es nur einen Tag dauert“, erklärt SE-Bauleiter Joachim Niemeyer. Möglich war dies durch den Einsatz von sogenannter Inliner-Technik: Ein mit Harzen getränkter Glasfaser-Schlauch wird in das Abwasser-Rohr gezogen, aufgeblasen und mittels Licht-Kette (4.800 Watt) ausgehärtet. Erfahrung hat die SE mit diesem Verfahren aus der Kanal-Sanierung im Bereich Bothfelder Straße und Sollingweg. Rund 4.000 Meter mussten im vorletzten Jahr runderneuert werden, was einige Wochen dauerte, auch weil die Abwasser-Abführung überirdisch mittels Ersatzleitung aufgebaut wurde. An der Wagenzeller Straße waren die Ausgangsbedingungen andere, denn nur zwei Anlieger waren betroffen - die Tankstelle und der frühere NP-Markt, der nun in städtischem Besitz ist und derzeit leer steht. So mussten nur zwei Abwasser-Anschlüsse mittels Roboter-Technik dicht- und später wieder freigemacht werden. Um den Rohrabschnitt für die Inliner-Technik frei zu halten, wurde Abwasser abgesaugt. Sechs Tankwagen waren im Einsatz, transportierten das Schmutzwasser Richtung Pferderennbahn, weil dort eine Einleitung in den Schmutzwasserkanal möglich ist. Joachim Niemeyer betonte vor Ort, dass die Maßnahme keine Schadenbehebung, sondern eine vorsorgliche Sanierung ist. Er erklärte mit Blick auf die just abgeschlossene Reparatur unter der Kananoher Straße: „Das hier ist ein altes Asbest-Zement-Rohr. Mit Schäden musste gerechnet werden, wie unter der Kreuung Kananoher Straße im März.“ Die Gesamtkosten werden voraussichtlich weniger als 20.000 Euro betragen.