Schließung der Filialen kommt

Überwiegend Rats- und Ortsratsmitglieder, nur wenige Bürger, nahmen an der Sparkassen-Information im Rathaus teil. (Foto: D. Lange)

Sparkassen-Vertriebschef steht Rede und Antwort

Langenhagen (dl). Die Ausgangslage ist klar. Die Sparkasse wird 19 weitere ihrer Filialen in der Region schließen, darunter die in Engelbostel, Godshorn und Brink sowie in Teilen in Kaltenweide, wo es nur noch einen eingeschränkten Service geben wird. Der stellvertretende Vorsitzende der Sparkasse Hannover, Jens Bratherig, und der Vertriebsdirektor Holger Mönch informierten im Ratssaal über die kurz- und mittelfristigen Pläne der Sparkasse, Filialen auf Langenhagener Stadtgebiet zu schließen. Bestehen bleiben die beiden Filialen in der Kernstadt in der Walsroder Straße und am CCL. Von Seiten der Sparkasse wird dieser Schritt, der bis zum Jahr 2019 abgeschlossen sein soll, mit gestiegenen Kosten und mangelnder Rentabilität begründet. Zum Einen durch ein verändertes Kundenverhalten hin zu den Dienstleistungsangeboten im Internet, dazu kommen regulative Verschärfungen und nicht zuletzt haben natürlich auch die Auswirkungen der anhaltenden Niedrigzinsphase einen großen Einfluss auf die Ertragssituation der Sparkassen. Sie stehen somit, wie andere Banken auch, unter einem verschärften Wettbewerbsdruck, dem sie sich wohl oder übel werden stellen müssen. Ferner klagt die Sparkasse über die hohen Kosten, die ihr gemäß ihrem öffentlichen Auftrag zu einer wohnortnahen, flächendeckenden Bargeldversorgung entstehen. Damit setzt sich im Übrigen eine Entwicklung fort, wenn auch heute unter anderen Vorzeichen, die seinerzeit in den Achtziger Jahren begann, als die Banken anfingen, Geldautomaten in ihren Filialen aufzustellen. Und so wie damals sind auch heute nicht nur die Kunden von den Filialschließungen betroffen, sondern eben auch die Beschäftigten. Im aktuellen Fall sind es 200 Angestellte, die ihren Job verlieren, wobei die Sparkasse betont, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben werde. Der Stellenabbau soll, so heißt es, „auf sozial verträgliche Weise geschehen“. Stattdessen wird der Bereich Online- und Telefonbanking mit zusätzlichem und entsprechend ausgebildetem Personal weiter ausgebaut, um sich an das veränderte Kundenverhalten anzupassen. Dass die geplanten Maßnahmen der Sparkasse nicht überall auf Gegenliebe stoßen werden, liegt auf der Hand, zumal längst nicht alle der von der Schließung betroffenen Filialen zumindest in SB-Center umgewandelt werden. Auch zur Bargeldversorgung werden die Menschen also künftig weitere Wege zurücklegen müssen. „Ein Unding“,sagte die Vorsitzenden des Seniorenbeirats, Christa Röder. Nicht nur, dass die weiten Wege für viele alte Menschen und Behinderte ein ernstzunehmendes Problem darstellen, sondern das von der Sparkasse so gern propagierte und gewünschte Telefon- oder Onlinebanking stellt für einen großen Teil der alten Menschen ein unüberwindliches Hindernis dar. Man denke in diesem Zusammenhang nur an die 22stellige IBAN-Nummer. Zwar bietet der Lebensmitteleinzelhandel zur Bargeldversorgung teilweise die Barabhebung in Verbindung mit einem Einkauf an. Allerdings ist dieser Service für die Kunden keinesfalls kostenlos, sondern immer mit einem Mindestumsatz von zumeist 20 Euro verbunden. Außerdem geht das in den Bankfilialen zumindest ansatzweise vorhandene Mindestmaß an Diskretion im Gedränge des Supermarktes vollends verloren. Wie die Bargeldversorgung bei also einer zu erwartenden Abwanderung der Nahversorger aus der Fläche in Zukunft aussehen soll, bleibt somit noch ein offenes Problem von vielen.