Schlimme Pöbeleien im Zelt

Schützenverein ist bestürzt über Neo-Nazi-Sprüche

Kaltenweide (gg). Reicht eine leichte Öko-Optik mit Vollbart und Wollmütze, um Neo-Nazis zu provozieren? Wohl ja, denn so haben es zwei Schützenfest-Besucher erlebt – um 1 Uhr nachts im Festzelt. Dichtes Gedränge gab es, die Party war in vollem Gang. „Am Lüttje-Lagen-Stand hat sich eine Gruppe breitgemacht, da wurde mit Nazi-Sprüchen gepöbelt“, berichtet ein Betroffener dem ECHO, der das Erlebte auch der Polizei geschildert hat. „Du nicht, hier ist eine deutsche Ecke“, sei da zu hören gewesen, und mit „Juden kriegen hier nichts“-Rufen kam es zu Handgreiflichkeiten. „So etwas macht tatsächlich Angst in der Situation“, schildert der 38-jährige Zeuge dem ECHO, insbesondere, weil die vom Schützenverein engagierten Sicherheitskräfte nicht eingeschritten seien.
Auf den Vorfall angesprochen reagiert der Schützenverein bestürzt und Sprecher Axel Siebert lässt wissen: „Nach Befragungen weiterer Verantwortlicher unseres Schützenvereins und des Sicherheitsdienstes können wir die gemeldeten Vorkommnisse nicht bestätigen. Sollte der Eindruck entstanden sein, rechte Sprüche seien in einer Nacht im Festzelt gefallen, so entspricht das in keinster Weise dem Klientel, das wir dort begrüßen möchten. Der Vorstand des Schützenvereins Kaltenweide distanziert sich sehr deutlich von diesem Personenkreis und ist jederzeit bereit ein klärendes Gespräch mit der entsprechenden Person zu führen. Wir werden den Sicherheitsdienst für das kommende Jahr noch einmal besonders für dieses Thema sensibilisieren.“