Schlimme Übergriffe könnten sich fortsetzen

Haltlose Zustände an der Obdachlosenunterkunft

Langenhagen (gg). Erste milde Frühlingstage lassen Claudia und Harald Matern nicht an Sonnenschein-Genuss denken. Ganz im Gegenteil: Warme Witterung bedeutet für sie Stress. Sie haben Angst, Flaschen an den Kopf geworfen zu bekommen oder bespuckt zu werden. Was übertrieben klingt und im beschaulichen Langenhagen eigentlich für unmöglich zu halten ist, ist nach ihrer Auskunft Realität am Harkenkamp, wo sie wohnen. Neben ihrem Grundstück ist die städtische Obdachlosenunterkunft und viele Bewohner machen Materns das Leben schwer. Die Liste der Übergriffe füllt einen Aktenordner und nun sagen sie: „Wir halten das nicht mehr aus, es muss sich etwas ändern.“ Wer in der städtischen Obdachlosen-Unterkunft wohnt, findet sonst keine Bleibe mehr und ist insofern nicht lebenstüchtig. „Zu den Gründen gehören oft Alkoholsucht oder psychische Probleme“, erklärt Harald Matern aus seiner Alltagserfahrung vor seiner Haustür. Er sei von den Bewohnern der Obdachlosen-Unterkunft schon mit Rasierklingen angegriffen worden, nachts hingen die Betrunkenen an seinen Fenstern und glotzen herein. Selbstverständlich habe er die Polizei gerufen und um Hilfe gebeten. Gespräche mit den Verantwortlichen in der Stadtverwaltung verlaufen nach seiner Ansicht enttäuschend, denn es ändere sich seit 15 Jahren nichts. Auf ECHO-Anfrage äußert sich Bürgermeister Mirko Heuer: „Da gibt es sicherlich Konfliktpotenzial. Klar ist, dass die Nachbarn durch die jahrelangen Probleme sensibilisiert sind.“ Im vergangenen Sommer sei wegen der nächtelangen Grillgelage im Freien bereits ein Sicherheitsdienst engagiert worden, insofern werde reagiert und "etwas getan". Mirko Heuer versichert: „Um Vorfälle zukünftig abzuwenden, werden wir rechtliche Möglichkeiten prüfen.“ Claudia und Harald Matern meinen, dass das nicht reiche, mit dem ganzen System stimme etwas nicht. Schnelle erste Hilfe sei umgehend nötig. Dazu gehöre schon eine Einhaltung der bestehenden Hausordnung, ein Alkoholverbot, und ein engagierter Sicherheitsdienst müsse auch Hausrecht ausüben können, sonst werde er von den Bewohnern verhöhnt und verlacht, wie im vergangenen Sommer.