Schon lange heimisch

Das neue Pastorenpaar (Mitte) hinterließ einen guten Eindruck.Foto: E. A. Nebig

Pastoren-Ehepaar stellte sich der Matthias-Claudius-Gemeinde vor

Kaltenweide/Krähenwinkel (ne). Der vergangene Sonntag des Kirchenjahres, Exaudi genannt, ist der sechste Sonntag nach Ostern und damit der Sonntag vor dem Geburtstag der christlichen Kirche, genannt Pfingsten. Dieser Sonntag war für die Glieder der Evangelisch-lutherischen Matthias-Claudius Kirchengemeinde ein besonderer Tag, denn das Pastoren-Ehepaar Dorothee Renner-Venz und Claus Venz hielten im Rahmen eines Abendmahl-Gottesdienstes seine Aufstellungspredigt. Das Ehepaar bewarb sich um die Nachfolge von Ilka und Burkhard Straeck und stellte sich nun der gesamten Gemeinde erstmalig vor. Die wird nun entscheiden, ob und ab wann das Pastorenpaar sein Seelsorgeamt in Langenhagens Norden antritt. Seit elf Jahren betreute es bisher die Christus-Kirchengemeinde in Hasbergen bei Osnabrück.
Im Kirchenjahr haben die Sonntage eigene Namen. Exaudi bedeutet „Höre“; der Name birgt die Auffordung zur Wahrnehmung der Epistel und des Predigttextes, nach der Perikopenordung. Beide verweisen auf Pfingsten und damit auf die Ausgießung des Heiligen Geistes. Die Gemeinde hörte und erlebte zwei Menschen im Pastorenamt, die Gemeinsamkeit ausstrahlten und den Eindruck vermittelten, als ob sie schon seit langem in Krähenwinkel und Kaltenweide heimisch wären. Das wurde auch nach dem Gottesdienst beim Kirchen-Kaffee im Gemeindehaus deutlich, als viele Frauen und Männer die Gelegenheit nutzten, mit den Geistlichen ein persönliches Gespräch zu führen. Beide wollen hier wirken, da in der Nähe die meisten ihrer Familienangehörigen leben. Sie werden sich eine Stelle teilen. Der Wechsel sei für sie beide eine Herausforderung, betonten der 54-jährige Pastor und seine 52-jährige Ehefrau im Gepräch mit Gottesdienstbesuchern. Sie wollen die Arbeit – speziell die Konfirmanden- und Jugendarbeit – ihres Vorgänger-Ehepaares „behutsam fortsetzen“, dabei aber eigene Akzente setzen. Das Pastoren-Ehepaar heiratete vor 22 Jahren und hat vier Kinder im heranwachsenden Alter. Beide lesen, reisen und musizieren gern. Dorothee Renner-Venz spielt Orgel und ist Philatelistin. Die Tochter des Bremer Superintendenten Ulrich Renner studierte in Göttingen, Bethel bei Bielefeld und in Marburg. Ihr Vikariat absolvierte sie in Alfeld. Ihren Mann lernte sie während des Studiums kennen. Beide wurden 1992 in Lerbach bei Osterrode am Harz ordiniert. Claus Venz ist Hannoveraner. Er begann sein Theologiestudium in Göttingen, setzte es in Bern fort und hatte dann das Glück, ein Jahr in Jerusalem studieren zu können. Für ihn ein besonderer Lebensabschnitt. Es folgten wieder Studienjahre in Göttingen und ein Vikariat an der Laatzener Thomas-Gemeinde. Dort wirkt heute Ilka Straeck als Pastorin! „So schließt sich der Kreis“, bemerkte Claus Venz humorvoll dazu. "... Heute will ich fröhlich sein ...“, war die Devise des Namensspatrons, der seit dem 1. Januar 1962 selbstständigen Matthias-Claudius-Gemeinde. Der Leiter des „Wandsbeker Boten“ ist als frommer Lyriker, Hüter und Wahrer des Glaubens sowie des Frohsinns bekannt. Dessen Botschaft an seine Familie und Freunde lautete: „Seid stark im Glauben und fröhlich; denn: “es gibt was Bessres in der Welt“. Da kommt das neue Pastorenehepaar gerade richtig, denn fröhlich sind beide. Sie treten in der 48-jährigen Gemeindegeschichte die Nachfolge des Pastoren-Ehepaares Straeck sowie der Pastoren Dieter Serke und Heinz-Gerhard Weis an.