Schule als Lebens-, nicht nur als Lernort

Begeistert und froh über die neuen Räume (von links): Bürgermeister Friedhelm Fischer, die Schulleiter Wolfgang Kuschel und Irene Kretschmer sowie "Alles Banane"-Chef Andreas Wozny.Fotos: O. Krebs

Erweiterung Schulzentrum: "Soziales Lernen" in der Mensa

Langenhagen (ok). Rund 1.000 hungrige Mäuler werden seit Anfang vergangener Woche täglich in der neuen Mensa gestopft, die Köpfe rauchen schon seit Schuljahresbeginn in den acht neuen Unterrichtsräumen. Höchste Zeit, dass der neue M-Trakt des Schulzentrums, der die Stadt Langenhagen etwa sieben Millionen Euro gekostet hat, jetzt offiziell eingeweiht worden ist. Und alle Redner waren sich einig: Der Erweiterungsbau ist nicht nur hell und freundlich, sondern auch modern und funktionsgerecht; der Passivhausstandard bewirkt, dass der Wärmeverbrauch etwa einem Zehntel dessen entspricht, was für die Beheizung eines Wohngebäudes aus den 70er Jahren benötigt würde.
"Rund 1.250 Arbeitstage verbringen die Schülerinnen und Schüler in ihrer Schulzeit in der Mensa", rechnete IGS-Schulleiter Wolfgang Kuschel vor, um deutlich zu machen, welche Bedeutung ihr zukommt. Denn: Heute seien Schulen eben keine "Lernfabriken" mehr; die IGS Langenhagen sei dagegen ein "Haus des Lernens". Schule müsse als "Lebensraum" verstanden werden, das gemeinsame Essen trage seinen Teil zum "sozialen Lernen" bei. Auch Irene Kretschmer, Schulleiterin des Gymnasiums Langenhagen, sieht mit der Umstellung auf den Ganztagsbetrieb die Schule nicht mehr nur als Lern-, sondern als Lebensort. Der Gedankenaustausch beim gemeinsamen Mittagessen sei daher immens wichtig. Das Angebot reiche aber immer noch nicht aus; es müsse eine langfristige Lösung für die Betreuung gefunden werden. Inga Dreßler, die in diesem Jahr ihr Abitur an der IGS abgelegt hatte, ließ noch einmal den langen Weg mit Beginn der Diskussion im Jahre 2004 mit mehr als 100 gefühlten Teilnahmen an Sitzungen im Rathaus Revue passieren. Sie habe gelernt, dass sie kämpfen müsse, wenn sie etwas verbessern wolle. Sie profitiere zwar nicht mehr von der neuen Mensa, habe sich aber natürlich auch aus Solidarität mit den jüngeren Schülerinnen und Schülern engagiert.
Elternvertreterin Susanne Wöbbekind erinnerte sich an die "Raumenge und ständige Hatz" und an die ursprüngliche Planung mit 20 statt jetzt acht Räumen. Und sie blickte mit dem Zitat aus Max und Moritz "Dieses war der erste Streich, hoffentlich folgt der zweite und dritte sogleich" in die Zukunft mit den nächsten Bauabschnitten.