Schulen mit langjährigen Baustellen

Passivhaus-Bauweise bleibt politische Vorgabe der Grünen

Langenhagen (gg). Ist die Passivhaus-Bauweise für Schulen geeignet oder nicht? Mit dieser Frage werden sich die Bauverwaltung, die Schulleitungen (IGS und Gymnasium), Elternvertreter und die Ratsmitglieder in den nächsten Monaten sicherlich intensiv beschäftigen. Hinterfragt wurden nämlich in der jüngsten Ratssitzung die Erfahrungen beim Betrieb des M-Traktes im Schulzentrum samt Mensa - gebaut im Passivhaus-Standard. „Es gibt dauerhaft Probleme. Die Steuerung für die Klimatisierung macht sich selbstständig, leider unabhängig vom Bedarf in den Klassenräumen“, so der Hinweis von Susanne Wöbbekind, die im Namen der Elternvertreter sprach. Als erste Wegweisung für die Bauverwaltung beschlossen SPD und Grüne ihren Antrag zum Schulzentrum. Nachdem dem vorhandenen Baukörper im vergangenen Sommer die Notwendigkeit des Abrisses wegen fehlendem Brandschutz bescheinigt wurde, kann ganz neu geplant werden. Viel soll Platz finden am bisherigen Standort: IGS und Gymnasium (Außenstelle aufgehoben), eine Schul- und Veranstaltungssporthalle, die Stadtbibliothek und ein Freizeitbereich. „Darin sind konkurrierende Ziele enthalten. Uns ist klar, dass der volle Umfang der Forderungen nicht realisierbar sein wird. Es gibt viele positive Erfahrungen mit der Passivhaus-Bauweise für öffentliche Gebäude. Daran kann hier in Langenhagen gelernt werden. Die Steuerung muss wohl noch optimiert werden“, erklärte Ratsherr Dirk Musfeldt (Grüne). Seine Kollegin Ulrike Jagau beantragte, gleich die Beschränkung der Planung auf den bisherigen Standort aufzuheben. CDU-Ratsherr Marco Zacharias bot konstruktive Zusammenarbeit für weitere Beratungen an und sprach sich für die Beauftragung externer Projektsteuerer aus.
Beschlossen wurde in der jüngsten Ratssitzung zudem die zukünftige Einbeziehung der Brinker Schule in die IGS-Süd und damit zu einer „zusammengefassten Grund- und Gesamtschule“. Schüler können somit von der ersten bis zur zehnten Klasse gemeinsam unterrichtet werden und müssen nicht mehr nach der vierten Klasse die Schule wechseln – „ein Alleinstellungsmerkmal und eine besondere pädagogische Akzentuierung“, so der Wortlaut des Antrags von SPD und Grünen. „Klar ausgesprochen werden muss, dass mit der Realisierung und dem nötigen Umbau für die Dauer von mindestens fünf Jahren an der Schule eine große Baustelle herrschen wird“, betonte Marco Zacharias und schloss sich in diesem Punkt der Kritik der unabhängigen Ratsfrau Elvira Drescher an. Da die Schule aber eine neue Chance verdient habe, stimme die CDU für die Zusammenlegung. Ratsherr Wilhelm Behrens (unabhängig) sah wie Elvira Drescher keinen Sinn in der Zusammenlegung: „Das pädagogische Konzept ist gut, aber nicht an diesem Ort und nicht zu dieser Zeit (bei gleichzeitigen großen anderen Aufgaben - Neubau des Schulzentrums).“