Schulhof wird zum Spieleparadies

Der Schulhof in Engelbostel eignet sich hervorragend für das bunte Treiben rund um das MAJA-Spielmobil. (Foto: C. Wurm)

Großer Andrang beim MAJA-Mobil

Engelbostel (cow). Schon vor dem offiziellen Beginn um 15 Uhr stehen die ersten Kinder parat, um das Spielmobil von MAJA (mobile aufsuchende Jugendarbeit) auf dem Schulhof in Empfang zu nehmen. Von Montag bis Freitag gastierte der mit vielen Spielgeräten gefüllte Bauwagen jetzt bei der Grundschule Engelbostel und funktionierte ab nachmittags den Platz zum Spieleparadies um.
Der Schulhof erblüht zum Leben, überall sind Spielgeräte verteilt, ringsherum fahren Fahrräder und Go-Karts über den gepflasterten Hof, der kurzerhand zur Rennstrecke umfunktioniert wurde. Ein buntes Treiben und in Mitten ein auffällig bemalter und prallgefüllter Bauwagen vor dem das MAJA-Team an einem Tisch sitzt und auf die Wünsche und Spieleanfragen der Kinder eingeht. Das MAJA-Duo, das sich aus den beiden Mitarbeitern des Vereins für Sozialarbeit Daniela Boese (33) und Alexander Pischel (37) zusammensetzt, freut sich über den großen Andrang vor Ort. „Uns besuchen pro Tag ungefähr 25 Kinder aus Engelbostel und Schulenburg“, erzählt Pischel. Der studierte Soziologe und die Diplomsozialpädagogin/-sozialarbeiterin sind gemeinsam seit über einem Jahr in Langenhagen und den Ortschaften als mobile aufsuchende Jugendarbeiter unterwegs. In diesen Sommerferien wiederholen sie ihr erfolgreiches Ferienprogramm aus dem Jahr 2013 und touren mit dem MAJA-Spielmobil wöchentlich an einen anderen Standort, um möglichst viele Kinder, die in den Ferien zu Hause bleiben, mit abwechslungsreichem Spieleangebot zu beschäftigen. Und das Angebot wird mit viel Begeisterung angenommen.
Auf eigene Faust haben die Kinder ein Tischtennisturnier organisiert und zusammen ausgetragen. „Die Kinder sollen sich selbst miteinander beschäftigen, wir versuchen dann nur noch zu unterstützen oder spielen den Schiedsrichter“, sagt Boese. Es sind keine vorherigen Anmeldungen notwendig bevor die Schüler sich an den Spielaktionen austoben dürfen. „Gerade diese Niedrigschwelligkeit ist der Schwerpunkt unserer Arbeit, denn wir sind diejenigen, die zu den Kindern und Jugendlichen hinkommen“, betont Boese. Deswegen gebe es auch keine Formalitäten oder besondere Regeln, lediglich eine einzige Liste, in der sich die Interessenten für das Go-Kart-Fahren eintragen, damit die begehrten Fahrten gerecht aufgeteilt werden.
Pischel und Boese werden mittlerweile häufig auf der Straße erkannt und angesprochen. „Wir sind nicht mehr inkognito, wie zu Anfang, aber das ist auch gut so, viele Kinder kennen uns nun schon“, beschreibt Pischel die Situation. In der täglichen Arbeit mit der mobilen aufsuchenden Jugendarbeit hat das Duo häufig mit Jugendlichen zu tun, denen es nicht so gut geht. „Es ist wichtig, offen auf die Kinder zuzugehen und sie kennenzulernen“, sagt Pischel.
Ganz entspannt sind die beiden Mütter Julia Bittner und Melanie Koch, die es sich in der Hängematte auf dem Spielgerüst des Schulhofs bequem gemacht haben. Sie sind mehrmals in der Woche mit ihren beiden Kindern, im Alter von neun bis zwölf Jahren, aus Schulenburg gekommen und loben die Arbeit von MAJA. „Streitigkeiten werden super geklärt, ganz unproblematisch und das Angebot ist noch größer als im letzten Jahr“, erzählt Koch, die hofft, dass diese Möglichkeit weiterhin bestehen bleibt.
Der mit viel Leben gefüllte Schulhof in Engelbostel zeigt, dass MAJA sich als Ferienangebot etabliert hat und die Kinder das Spielmobil in vollen Zügen annehmen.
In der kommenden Woche vom 18. bis zum 22. August steht das Spielmobil beim Abenteuerland am Silbersee, nähe DLRG.