Schulleiter startet Abgesang auf RKS

Stellte die neuesten Zahlen vor: Wolf Krämer-Mandeau von biregio. (Foto: O. Krebs)

Prognose von biregio: keine fünfte weiterführende Schule

Langenhagen (ok). Ist die Realschule in Langenhagen am Ende? Zumindest der eigene Schulleiter beerdigt sie. Thomas Kelber sagte beim runden Tisch ins Sachen Schullandschaft ganz deutlich, dass eine Realschule nicht mehr leisten könne als eine IGS, sieht auf Grund der Schülerentwicklung offensichtlich keine Zukunft mehr für die Robert-Koch-Realschule. Diese Meinung vertraten aber nicht alle der anwesenden Schulleiter, Vertreter des Stadtelternrates und Bildungspolitiker. Und eins wurde in der Diskussion auch deutlich: Die Realschule habe eben einfach Pech, dass die Hauptschule in der Hierarchie nicht mehr unter ihr sei. Die SPD hat eine ganz klare Vorstellung, was aus der Realschule werden soll: eine zusätzliche IGS im Stadtzentrum. So könne es auch eine leistungsstarke Oberstufe mit vielen Kursangeboten geben. Und die Sozialdemokraten sagen auch ganz klar: „Wir brauchen keine weitere neue Schule, keine an der Peripherie." Eine Argumentation, die die Projektgruppe Bildung und Region – kurz biregio – mit ihrer Prognose der Entwicklung der Schülerzahl in Langenhagen auch unterstreicht. Für eine fünfte weiterführende Schule – etwa in Kaltenweide – sei wenig Platz. Eine IGS könnte nach Ansicht Kelbers auch die RKS sein, denn: „Eine Realschule kann nichts besser, was eine IGS kann.“ Für Silke Kaune und Schulleiter Matthias Brautlecht vom Gymnasium Langenhagen genauso wie für die CDU-Fraktionsvorsitzende Claudia Hopfe keine glückliche Lösung: Sie plädierten für die Vielfalt im Bildungssystem in der Stadt. Mit ihrem Vorschlag eines zweiten Gymnasiums, das in Godshorn angesiedelt werden soll, machte sich Ulrike Jagau (Grüne) keine Freunde. Sowohl Timo Heiken, Schulleiter der IGS Langenhagen, als auch Mascha Brandt, Leiterin der IGS Süd, befürchten dann einen Qualitätsverlust und sehen das System der Integration und Inklusion gefährdet. „Wir sind keine Resteschule, die nur die abgelehnten Schüler aufnimmt, sondern verfolgen ein eigenes Profil“, machte die Schulleiterin deutlich. Und auch das Gymnasium hat keine Lust auf eine Konkurrenzsituation, sieht sein Angebot gefährdet. „Dann wird es zu einer Kannibalisierung“, wagt Wolfgang Kuschel (SPD) einen Blick in die Zukunft. Claudia Hopfe ist allerdings nicht der Ansicht, dass die RKS unbedingt eine dritte Integrierte Gesamtschule werden soll. Für sie leistet die Realschule gute Arbeit, vermarkte sich nur nicht so gut. „Schärfen Sie Ihr Profil; Ihr Potenzial ist noch nicht ausgeschöpft“, schrieb sie Schulleiter Thomas Kelber ins Stammbuch. Doch, ob er das überhaupt unter diesem Namen noch will, bleibt die große Frage, die der Pädagoge nur selbst beantworten kann. Übrigens: Was den Wandel in der Schullandschaft angeht und die Forderung nach einem Gesamtkonzept angeht, will die SPD der Verwaltung jetzt den Prüfauftrag mit auf den Weg geben, den Westen der Stadt genauer unter die Lupe zu nehmen. Dann soll auch endgültig geklärt werden, ob eine neue Sporthalle in Engelbostel wirklich nötig sei. Denn: Eine Sporthalle des MTV unter dem Deckmantel einer Schulsporthalle dürfe es nicht geben. Als Ergebnis wurde einhellig festgehalten, dass an der Planung für ein siebenzügiges Gymnasium festgehalten werde, und es eine differenzierte, umfangreiche Elternbefragung zu gewünschten Schulformen, Abschlüssen und Unterrichtszeiten geben soll. Ein entsprechender Vorschlag der Verwaltung werde am nächsten Donnerstag, 16. Februar, bei der gemeinsamen Sitzung von Bildungsausschuss und Technischem Schulbauausschuss vorgelegt.