Schulung für ehrenamtliche Seniorenbegleiter

Ein Erste-Hilfe-Kursus gehörte mit zum Programm.

Projekt „Nachbarschaft im Quartier – Seniorenbegleitung“ startete im Quartierstreff

Langenhagen. „Ich habe Zeit und möchte mich sinnvoll engagieren und Menschen unterstützen.“, sagt eine Teilnehmerin, die auch zur Schulung für Seniorenbegleiterinnen und Seniorenbegleiter gekommen ist. „Ich bin krankheitsbedingt in Frührente und suche eine neue Aufgabe. Der Kontakt zu älteren Menschen ist interessant, deshalb mache ich mit.“, sagt eine andere.
Die Motivationen sind unterschiedlichster Natur, aber am Ende haben die zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer etwas gemeinsam: Der Wunsch, sich für andere Menschen einzusetzen und sie zu unterstützen. Manche sind auch schon aktiv und möchten ihr Ehrenamt mit theoretischen Wissen untermauern, um im Alltag „auf Nummer sicher zu gehen“. Und genau aus diesem Grund schult die KSG Hannover gemeinsam mit der Stadt Langenhagen die Ehrenamtlichen sehr umfangreich, um die Basis für den Einsatz der Seniorenbegleiter zu geben. In 50 Stunden geht es um Themen wie Kommunikation, Gesprächsführung, Notfälle im Alter und rechtliche Grundlagen.
Am ersten Seminarwochenende wird allen klar: In der Seniorenbegleitung steckt viel Verantwortung, und nicht nur „Bespaßung“. Schließlich übernehmen die Ehrenamtlichen viele Aufgaben, die Know How und Fingerspitzengefühl erfordern, beispielsweise Begleitung zur Krankenkasse oder zum Arzt oder auch Friedhofsbesuche. Bettina Kupferschmidt, Referentin der Johanniter Akademie Hannover, grenzt ganz genau ab, was ein Seniorenbegleiter ist, und was er eben nicht ist: „Seniorenbegleiter sind keine Pflegekräfte oder Reinigungs- und Kochkräfte, keine Rechtsanwälte oder Therapeuten. Sie sind aber sehr wohl Unterstützer in Alltagsfragen, organisieren und leisten den älteren Menschen vor allem Gesellschaft und gestalten gemeinsam ihre Freizeit.“
Diese Rollenabklärung ist Bestandteil des ersten Seminartages, an dem die Gruppe im Quartierstreff Wiesenau zusammen kommt. Das Kennenlernen der Mitstreiter steht ebenfalls auf der Tagesordnung, schließlich ist der Austausch in der Gruppe ein wichtiger Bestandteil der zukünftigen Tätigkeit. Christel Kolossa- Saris (Stadt Langenhagen) und Claudia Koch (KSG Hannover, Quartierstreff Wiesenau) werden die Seniorenbegleiter unterstützen und immer wieder zusammen bringen, Fortbildungen und Infoabende organisieren und für alle Belange rund um die Seniorenbegleitung zur Verfügung stehen. Auch, wenn es mal nicht so gut läuft. „Nicht immer treffen die Seniorenbegleiter auf die nette und freundliche Oma von Nebenan, die schon einen Kaffee fertig hat, wenn sie kommen. Oft kommt es zu Konflikten, so ist das zwischen Menschen.“, berichtet Bettina Kupferschmidt aus ihrer langjährigen Arbeit mit Seniorinnen und Senioren. „Da brauchen die Seniorenbegleiter dann im Alltag auch Begleitung von Hauptamtlichen, die sie unterstützen.“
„Auf Nummer sicher gehen“ bedeutet auch, für Notfälle gerüstet zu sein. Deshalb trifft sich die Seminargruppe am zweiten Tag nicht in Wiesenau, sondern bei den Johannitern in Hannover, um konkret zum Thema „Notfälle im Alter“ Wissen aufzufrischen. Diverse Krankheiten werden erläutert und aufgezeigt, was im Notfall zu tun ist. „Mein letzter Erste- Hilfe-Kursus ist schon 30 Jahre her, der Tag heute hat mir Sicherheit im Umgang mit Menschen gebracht.“, berichtet eine Teilnehmerin.
Referentinnen und Referenten der Johanniter Akademie Hannover führen bis Februar 2016 die Schulung durch, danach startet die Vermittlung zwischen Seniorenbegleiter und älteren Menschen, die begleitet werden möchten. „Dafür machen wir dann ab Januar 2016 Werbung, wer Interesse hat kann sich dann bei uns melden.“, sagt Claudia Koch vom Quartierstreff Wiesenau. Auch Menschen, die Seniorenbegleiter werden möchten, sind weiterhin willkommen – und Zeitgeschenke machen bekanntlich beide Seiten glücklich.