Schutz hat Vorrang

Gespräch über den Schutz von Frauen im Treffpunkt MILA an der Schützenstraße. (Foto: D. Lange)

Info-Abend über das Frauenhaus Hannover

Langenhagen (dl). Es waren nur wenige Frauen, die den Weg in den Treffpunkt MILA an der Schützenstraße gefunden hatten, um sich auf Einladung des SoVD-Ortsvereins über die Schutzhäuser für diejenigen Frauen zu informieren, die allein oder mit ihren Kindern Opfer von häuslicher Gewalt wurden. Zunehmend betrifft dies auch Frauen, die traumatisiert als Flüchtlinge auf ihrer langen und gefahrvollen Flucht vor dem Bürgerkrieg nicht nur ihre Heimat verlassen mussten, sondern darüber hinaus vergewaltigt und misshandelt wurden. Untergebracht in den Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge, in denen viele Menschen auf engem Raum zusammenleben müssen, erleben sie oft erneut Angst vor gewalttätigen Übergriffen. Dort ist es aber vielfach nicht möglich, die Opfer von Gewalt vor Ort zu schützen. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Langenhagen und der Förderverein des Frauenhaus Hannover, Frauen helfen Frauen, informieren daher zur Zeit aus gegebenem Anlass über die Situation der Frauenhäuser in Hannover. Schutzhäuser für Frauen gibt es seit über 35 Jahren in Hannover und das aus gutem Grund, denn immer wieder werden sie von ihren Partnern, oft über lange Zeit, misshandelt, was insbesondere die Kinder in der Familie traumatisiert, die der Gewalt hilflos gegenüberstehen. Frauenhäuser sind daher eine unverzichtbare Einrichtung geworden und oftmals die einzige Möglichkeit für Frauen, der Misshandlung und Drangsalierung durch ihren Partner zu entfliehen. Sie bieten nicht nur Schutz, sondern informieren und beraten die gewaltbetroffenen Frauen zum Umgang mit Behörden, bei der Wohnungs- und Stellensuche und wie sie ganz allgemein ihr Leben organisieren können. Die Mitarbeiterinnen können ebenfalls bei Bedarf Therapieeinrichtungen und auch Rechtsbeistand vermitteln. Angesichts der Flüchtlingssituation erfährt diese Thematik eine weitere, zunehmende Aktualität. Migrantinnen, die in einem Frauenhaus vor Ort keinen Platz mehr finden, können dennoch anderweitig in einer Einrichtung unterkommen, trotz Residenzpflicht und ungeklärtem Aufenthaltstatus. Schutz hat Vorrang. Die Referentin des Vereins „Frauen helfen Frauen“, Afsaneh Zandi, richtete ihre Aufmerksamkeit daher im Rahmen des Infoabends im MILA auf die Arbeit der Frauenhäuser und wie die betroffenen Frauen und ihre Kinder Kontakt aufnehmen und dort aufgenommen werden können. Sei es über die Polizei, Beratungsstellen, Krankenhäuser und Notfall-Ambulanzen, über das Internet und natürlich telefonisch sind Kontaktaufnahmen jederzeit möglich. In akuten Notfällen auch nachts.