Scorpions steigen ein

Langenhagen (ok). Hoffnung für die Eishalle in Langenhagen: Nach Informationen des ECHO übernimmt Scorpions-Geschäftsführer Marco Stichnoth das Management der Halle, steigt voraussichtlich schon zum 1. Oktober ein. Zusammen mit Wirtschaftsförderer Jens Monsen und dem Wirtschaftsklub soll Stichnoth auch Sponsoren fürs Ice Center ins Boot holen. Und auch Lenny Soccio, Namensgeber der Halle, wird wird mit seinem Bekanntheitsgrad in der Region ein entscheidender Werbeträger sein. Einzelheiten will Insolvenzverwalter Peter Baumgarte, der seit einem Jahr die Eishalle unter seinen Fittichen, in der konmenden Woche mit Stichnoth besprechen. Denkbar sei aber natürlich, dass die Scorpions am Vormittag die Halle für ihren Trainingsbetrieb nutzen, am Nachmittag öffentlicher Eislauf oder am Abend Eisdisco stattfindet. Denn für den müsse Verlässlichkeit bestehen, dass habe Stichnoth in ersten Gesprächen betont. Andere Veranstaltungen, die nichts mit Eislaufen zu tun haben, sollen die Ausnahme bleiben. Die Halle ist deshalb für die Scorpions als Trainingscenter so interessant, weil die monatlichen Kosten mit 25.000 Euro etwa nur halb so hoch wie in der TUI-Arena seien. Allerdings muss nach Aussage von Baumgarte die Frage der Liquidität noch geklärt werden; der SC Langenhagen habe noch erhebliche Außenstände, die beglichen werden müssen. Und eine Menge hänge auch vom Votum der Mitlieder des SCL ab, die sich am Mittwochabend getroffen udn über eine Erhöhung der Beiträge diskutiert haben. Denn: Nach Aussage Baumgartes müssen die Mitglieder der Eissportsparte mindestens 60.0000 Euro pro Jahr über Mitgliedsbeiträge aufbringen, damit der Betrieb weiterlaufen könne, und das sei unabhängig vom Engagement Stichnoths. Auch in Sachen Sponsoring ist bisher von einem SCL-Beitrag von etwa 35.000 Euro im Jahr ausgegangen worden, wie sich das nach der Übernahme des Managements gestaltet, sei erst einmal dahingestellt. Der Mitgliedsbeitrag ist allerdings happig, liegt nach den bisherigen Vorstellungen der Geschäftsführung bei Grundbeiträgen von zehn und 13 Euro für Jugendliche und Erwachsene, dazu kommen Zusatzbeiträge von 25 und 27 Euro für die Sparte Eissport, gerechnet für die Monate September bis März. Obendrauf kommt noch ein Eisgeld von 270 Euro in diesem und 310 Euro im kommenden Jahr für diesen Zeitraum. Summen, bei denen vor allen Dingen Familien mit mehreren Kindern das Herz blutet, das wurde in der Versammlung deutlich. So müsste ein Familienvater für sich, seine Frau und seine beiden Kinder im Verein plötzlich etwa 548 Euro mehr zahlen. Kein Wunder, dass SCL-Geschäftsführer Klaus Klemp von der Versammlung Hausaufgaben mit auf den Weg bekommen, sich Alternativen zu dem bisherigen Konzept überlegen soll. Denkbar sei zum Beispiel, dass es weiterhin Familienbeiträge gäbe oder die Zahlungen über das ganze Jahr verteilt werden können. Außerdem müsse noch über die Bewertung der passiven Mitgliedschaften geredet werden. In zwei Wochen, am 29. September ab 19.30 Uhr, werden an gleicher Stelle die Weichen für die Zukunft der Eishalle gestellt, in der nach Aussage Baumgartes bisher rund zehn Millionen Euro versenkt worden sind. Dann trifft sich die Eissportabteilung des SCL – laut Baumgarte so etwa wie ein „Ankermieter“ zu ihrer entscheidenden Sitzung, wie es mit der Sparte weitergeht. Am Mittwoch konnte nicht über die Beitragserhöhung abgestimmt werden, da nur 56 von 77 erforderlichen Mitgliedern den Weg ins Ice Center gefunden hatten. Eines bleibt aber nach wie vor ungewiss: Sollte sich die Versammlung für eine Erhöhung der Beiträge entscheiden, kann es immer noch sein, dass nach dem Beschluss eine Flut von Kündigungen kommt, die Kalkulation neu überdacht werden muss.