„Sehr anrührende Momente“

Lehrerin Carola Kreiser (von links), Schulleiter Matthias Brautlecht, Lehrerin Ingrid Hardeweg (Zweite von rechts, hinten) und der Schülerrat des Gymnasiums präsentieren die Menge der gefalteten Kraniche. (Foto: G. Gosewisch)

Große Friedensaktion lief im Gymnasium

Langenhagen (gg). Einer japanischen Tradition folgen? „Warum nicht?“, war die Gegenfrage von Matthias Brautlecht, Leiter des Gymnasiums, als er von der Friedensaktion hörte, die Lehrerin Carola Kreiser mit ihren Schülern umsetzen wollte. Diese Friedensaktion ist eine Initiative, die Carola Kreiser in der Wochenezitung „Die Zeit“ gelesen hat: „Sadako Sasaki hat als zweijährige den Atombombenangriff auf Hiroshima 1945 überlebt, starb aber als zwölfjährige an den Folgen der atomaren Belastung. Als sie schon sehr krank war, hat sie angefangen, eine große Zahl Papierkraniche zu falten, weil eine japanische Legende sagt, dass derjenige einen Wunsch frei hat, der eintausend Papierkraniche falte. Vor bereits über 60 Jahren wurde zu ihrem Gedenken das Kinderfriedensdenkmal von japanischen Kindern errichtet. Sie wollten ein Zeichen setzen, und eine Botschaft in die Welt schicken: Kein Kind sollte mehr sterben müssen wie Sadako, weil Erwachsene entscheiden, Atombomben zu werfen. Seitdem sind unschätzbar viele Papierkraniche bei dem Denkmal eingetroffen. Es ist, als würden sie dem Aufschrei der Kinder zu neuem Atem verhelfen, damit ihr Wunsch weiterhin zu hören ist: Frieden in der Welt.“ Nachdem dieser Aufruf und die Geschichte aus Japan unter den Schülern des Gymnasiums die Runde gemacht hat, gab es eine breite Unterstützung. Papier zum Falten wurde bestellt und zur Verfügung gestellt. „In allen Klassen wurden Kraniche gefaltet. Insgesamt 2.760 Stück sind entstanden“, sagt Carola Kreiser. Dass die Botschaft, die sich mit der Aktion verbindet, den Schülern wichtig ist, sei offensichtlich. „Die Aktion hat etwas gemacht mit der Schule. Wünsche wurden auf die Papier-Kraniche geschrieben. Es gab sehr anrührende Momente beim Falten in den Klassenräumen. Uns ist klar, dass Frieden nicht selbstverständlich ist“, erklärt sie. Inzwischen sind die Kraniche, die in ganz Deutschland gefaltet wurden, unter der Regie der Zeit-Redaktion auf dem Weg nach Hiroschima. Dort treffen weitere Papierkraniche aus der ganzen Welt ein und werden in großen Vitrinen ausgestellt, um für jedermann sichtbar zu sein.