Seidenschwänze gesichtet

Seidenschwänze sind seltene Gäste in Kaltenweide. (Foto: B. Goebel)

Seltene Wintergäste in Kaltenweide

Kaltenweide. Über eine besondere Naturbeobachtung konnten sich Dagmar und Bernd Goebel freuen. Die NABU-Aktiven entdeckten per Zufall auf ihrem Spaziergang durch das Weiherfeld einen Trupp von rund 50 Seidenschwänzen, die nur den Weg aus Skandinavien und Russland zu uns finden, wenn in den Heimatgebieten das Nahrungsangebot nicht ausreicht. „Schon im Februar 2013 konnten wir Seidenschwänze in Kaltenweide beobachten“, berichtet Familie Goebel. Als Beerenfresser sind die Vögel auf Ebereschen und Hartriegel angewiesen. Auch Hagebutten und die Früchte der Mistel sind als vitaminreiche Futterquelle bei den Vögeln sehr beliebt. Und davon finden die Seidenschwänze an den Grünkeilen im Weiherfeld reichlich. „Die Früchte des heimischen Schneeballs werden von den Seidenschwänzen hier besonders gerne angenommen“, hat Bernd Goebel beobachtet. „Diese Pflanzen sind nicht nur für Wintergäste wie den Seidenschwanz, sondern auch für unsere heimische Vogelwelt wichtig“, wirbt er für das Anpflanzen heimischer Hecken und Sträucher, die im Winter Früchte tragen.
Charakteristisch für den fast starengroßen Seidenschwanz ist sein trillerartiger Ruf, mit dem er aus dem bekannten Vogelgezwitscher heraus sticht. Auf den ersten Blick kommt er mit seinem rötlich-braunen bis blaugrauem Gefieder etwas unscheinbar daher. Ein zweiter Blick auf die Seidenschwänze lohnt jedoch - ihr typischer Schopf am Hinterkopf, die gelbe Schwanzspitze und die roten Plättchen an den Schwingen sind echte Hingucker.
Wer selbst die Seidenschwänze beobachten möchte, hat vormittags gute Chancen dazu. Dann sind die Vögel aus dem Norden im Trupp auf den Grünkeilen im Weiherfeld auf Nahrungssuche. Die Naturschützer bitten darum, die Vögel nicht zu stören.