Sensationelles Experiment gelingt

Werner Kirschning zeigt die Nisthilfen für Mauersegler im Inneren des Wasserturms. (Foto: Kirschning/Gosewisch)

Mauersegler fliegen um den Wasserturm

Langenhagen. Für einige Vogelarten ist der Wasserturm im Eichenpark ein attraktiver Brutplatz, weil sie für den Nestbau geeignete Nischen finden. Einige Arten mögen enge, andere weite, dunkle oder helle Plätze. Schon vor mehr als 20 Jahren und bis heute werden von der Naturkundlichen Vereinigung Langenhagen (NVL) im Turm unterschiedliche Kunsthöhlen angeboten, in die Eulen, Falken und Dohlen eingezogen sind. Neu ist ein Angebot für Mauersegler. Der Turm überragt mit seiner Höhe von 28 m alle umstehenden Bäume, das macht ihn als Brutplatz interessant. Hoch oben in der Turmspitze dicht unter der umlaufenden Dachrinne wurden von Werner Kirschning von der NVL Löcher in die senkrechten Dachziegel geschnitten, nachdem die Maßnahme hinsichtlich bautechnischer Fragen mit dem Fachdienst Hochbau der Stadtverwaltung abgesprochen war. Von außen sind die kleinen Löcher mit bloßem Auge kaum zu sehen. Auf der Innenseite sind 6 flache Kästen direkt hinter den Ziegeln montiert.
Mauersegler meiden als Felsenbrüter eigentlich Baumbestände und jagen lieber durch Häuserschluchten. Für Kirschning ergab sich die Frage, wie diese neu eingerichteten Nistgelegenheit von den Tieren zu finden sein soll. "Hier hilft das Gruppenverhalten der Mauersegler. Meist fliegen sie im Schwarm und halten mit ihren schrillen Rufen Kontakt", erklärt er. Deshalb installierte er direkt neben den Einfluglöchern kleine Lautsprecher, über die morgens und abends von einer Tonkassette Mauerseglerrufe abgespielt wurden. "Es ist zu beobachten, wie sich die Vögel davon angezogen fühlen und den Turm neugierig umkreisen", bestätigt Kirschning zum sensationellen Erfolg des Experiments. Zu erwarten ist, dass sich die Mauersegler das neue Quartier merken, das bestätigen Fachleite aus ähnlichen Projekten aus Erfahrung, und nach der Winterpause in Afrika diesen Platz wieder anfliegen.