Sicherung vor Diebstahl erwünscht

Möglichst dicht zum S-Bahnsteig Langenhagen-Mitte werden Fahrrad-Stellplätze mit Diebstahlsicherung benötigt. (Foto: G. Gosewisch)

Fahrrad-Parkhäuser sind anderenorts bewährt

Langenhagen (gg). Auffallend viele Radfahrer sind auch im Winter in Langenhagen unterwegs. An der S-Bahn-Station Langenhagen Mitte ein Fahrrad zu parken ist bekanntlich problematisch, weil es an Stellfläche und Diebstahlsicherung mangelt. Eine große Bestandsaufnahme der Situation ist sogar schon gemacht worden. Nach einer Befragung der Passanten am Straßburger Platz hatte Mirko Heuer vor einigen Jahren, noch vor seiner Wahl zum Bürgermeister im Jahr 2014, eine detaillierte Bedarfsanalyse präsentiert. Maßnahmen zur Behebung oder Entschärfung des Problems wurden politisch diskutiert. Seitens der Stadtverwaltung wurde daraufhin eine Idee gefasst. Gespräche mit dem Investor sollten geführt werden, der mit dem Neubau am Straßburger Platz beginnen wollte. Er sollte für einen öffentlich nutzbaren Fahrrad-Abstellraum sorgen. Inzwischen ist der Neubau seit über einem Jahr fertig, einen Abstellraum gibt es aber nicht. Auf ECHO-Nachfrage klärt Juliane Stahl, Sprecherin der Verwaltung, auf, dass noch ein weiterer Neubau, weiter nördlich gelegen, geplant ist. Sie sagt: „Ja, Gespräche mit dem Investor gab es. Dabei wurde vereinbart, dass in dem noch zu errichtenden Gebäude-Riegel am Straßburger Platz ein Raum für die Unterstellung von Fahrrädern bereitgestellt wird.“ Gar nicht gut findet Reinhard Spörer, Vorsitzender des ADFC-Ortsvereins, den gegenwärtigen Zustand. Mehr noch, es sei „absehbar gewesen“, dass kein öffentlicher Abstellraum entstehen würde. Seiner Meinung nach gibt es „dringenden Handlungsbedarf“. Reinhard Spörer hat sich in vergleichbaren Kommunen umgeschaut und viele gute Beispiele für Fahrrad-Parkhäuser gefunden. Dass es in Langenhagen „nicht mal einen einzigen überdachten Fahrrad-Stellplatz gibt“, sei bezeichnend.
Auch die Erfahrungswerte aus anderen Kommunen zu den Abstell-Einrichtungen seien wichtig. Glas habe sich bewährt. „Die Öffentlichkeit übernimmt dann soziale Kontrolle“, sagt Reinhard Spörer. Auch Diebstahl sei kein Problem, weil Überwachungskameras und kontrollierter elektronischer Zugang für Sicherheit sorgen. Da sei inzwischen viel möglich. Weiter einsetzen will er sich für die Interessen der Radfahrer. Dazu gehört im ADFC auch der Blick auf den Zustand der Radwege. Einige sind in den letzten Jahren ausgebaut worden: im Jahr 2015 Theodor-Heuss-Straße (Abschnitt Konrad-Adenauer-Straße bis Bothfelder Straße, Kosten 42.000 Euro); im Jahr 2016 Reuterdamm (südliche Seite im Abschnitt Walsroder Straße bis Virchowstraße, Kosten 115.000 Euro); im Jahr 2017 Theodor-Heuss-Straße (Abschnitt Robert-Koch-Straße bis Reuterdamm, Kosten 165.00 Euro. Geplant ist für 2018 der Ausbau des Radwegs am Reuterdamm nördliche Seite im Abschnitt Walsroder Straße bis Virchowstraße; zudem entlang der Walsroder Straße ab Langenforther Platz nach Norden und für das Jahr 2019 steht der Ausbau der Straße Am Pferdemarkt an, Abschnitt Walsroder Straße bis Hanseatenstraße.
Mit der Ausweisung der Karl-Kellner-Straße als Fahrrad-Straße ist in den vergangenen Jahren zudem für die Belange der Fahrradfahrer ein Zeichen gesetzt worden. Eine sinnvolle Funktionserweiterung soll es mit der Umgestaltung des S-Bahnhofs Pferdemarkt geben, wo besonders viele Fahrrad-Bügel noch aufgestellt werden sollen. Auch hier rückt eine überdachte Abstell-Einrichtung in weite Ferne, denn eine solche ist bei der Präsentation der Pläne zwar erwähnt worden, doch einen Standort gibt es nicht, nur die Absichtserklärung der Stadtverwaltung, sich darum kümmern zu wollen. Einzig denkbare Option sei ein Grundstück, direkt am S-Bahnhof, dass im Besitz der Deutschen Bahn ist. "Das kann dauern", so der Tenor in den Bürgerversammlungen zum Thema.