Sichtbarer Verfall im Schulzentrum

Schülerrat setzt sich für Sanierung ein

Langenhagen (gg). Mit einer Initiative hat sich nun der Stadtschülerrat an Ratsmitglieder gewendet, um auf die stinkenden Zustände im Schulzentrum (Gymnasium und IGS) aufmerksam zu machen. Die sanitären Anlagen sind seit vielen Jahren sanierungsbedürftig und die Decken so nass (auch in Zwischengeschossen), dass es nicht nur vereinzelt durchtropft, sondern dass die vom Schimmel durchzogenen Deckenplatten aufgequollen sind und den Schülern gekrümelt auf die Köpfe fallen. „Aus den Platten bilden sich poröse Halbkugeln, die herunterhängen. Die stechen die Hausmeister auf, damit sie uns nicht auf den Kopf fallen, was schon passiert ist“, berichten die Schülervertreter vor Ort bei einem Rundgang mit den Ratsmitgliedern Maren Brandt (Grüne), Mirko Heuer (CDU) und Frank Stuckmann (SPD), die sich beim Gang in die Toilettenräume die Nasen halten, weil der Gestank Ekel auslöst. Nicht mehr nur Eimer seien in den Unterrichtsräumen aufzustellen, um das von der Decke tropfende Wasser aufzufangen, sondern Wannen. „Wir müssen auch immer mal wieder Räume wechseln, wenn sich zu große Pfützen bilden“, so die Situation im Gymnasium aus Schülersicht. Der Schülerrat hat sich vor Monaten um Informationen zu geplanten Sanierungen bemüht und nun einige Antworten sammeln können. Auskunft haben sie von Stadtbaurat Carsten Hettwer bekommen und die den Ratsmitgliedern vorgetragen. Demnach habe es bereits im Jahr 2009 ein WC-Sanierungsprogramm gegeben, das aber vorzeitig beendet worden sei, „die planerischen Kapazitäten der Verwaltung wurden anderweitig gebunden“ und zudem habe sich der Rat der Stadt „dazu entschieden, das Geld doch anders zu verwenden.“
Einiges sei seit dem durchaus saniert worden, insbesondere weil Geld aus dem Konjunkturpaket II zur Verfügung gestanden habe. „Schade nur, dass beispielsweise ein WC, das in dem Zusammenhang saniert wurde, nun für Schüler gar nicht mehr zur Verfügung steht, weil es nur aufgeschlossen wird, wenn eine Veranstaltung in der Aula ist“, berichtet Inga Dresßler als ehemalige IGS-Schülerin. Sie erklärt das Problem des Vandalismus: „Den gibt es; dagegen gibt es aber auch Maßnahmen.“ „Wie geht es weiter? Der Neubau, hinter dem das restliche Schulgebäude zu verschwinden scheint, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch an dem Bestehenden weitergearbeitet werden muss. Gibt es Pläne? Ist das Problem noch auf der Tagesordnung?“, so die Fragen des Schülerrates. Timo Tils, Gymnasium Klasse 10, sieht einen zusätzlichen dringenden Handlungsbedarf in der Sporthalle (Peko-Halle), in der die Duschen nicht zu benutzen sind: „Es besteht Duschbedarf, wenn man zwei Stunden Fußball gespielt hat.“ Als mehr als unangenehm für alle Beteiligten beschreibt er die aktuelle Situation, wenn die Schüler, nach dem Sport stark verschwitzt, im Unterricht sitzen. Gerüchte kreisen um die Peko-Halle. „Ich habe gehört, dass dort nichts mehr repariert oder saniert wird, weil die ganze Halle eigentlich aus Sicherheitsgründen gar nicht mehr benutzt werden darf“, so das Gespräch unter den Schülern.
Einig waren sich die Ratsmitglieder vor Ort zum dringenden Handlungsbedarf. Maren Brandt will sich dafür einsetzen, dass Sanierungsmaßnahmen sehr zügig, noch in diesem Jahr, begonnen werden: „Die Grünen werden einen entsprechenden Antrag nach der Sommerpause im Rat zur Abstimmung bringen.“ In der Frage der Finanzierung spricht sie sich dafür aus, andere (begonnene) Bau-Projekte zurück zu stellen. Mirko Heuer nennt als ein verzichtbares Bauprojekt die so genannte Abhängung der Walsroder Straße im Ortseingang von Kaltenweide: „Ein Umbau der bisher gut funktionierenden Kreuzungen kostet nur Geld und bringt, wenn überhaupt, minimal etwas.“
Elke Thielmann-Dittert vom zuständigen Fachbereich bestätigt im Gespräch mit dem ECHO, dass „zeitlich so saniert wird, wie es passt“ und dass Sanierungen kaum anders als nur in den Ferien machbar seien. Sie weist darauf hin, dass die Unterhaltungsmittel für Schulen in den vergangenen Jahren ständig gekürzt worden seien, für Investitionen sei kein Geld vorhanden. Im Bestand werden als Nächstes in den Sommerferien in der Grundschule Krähenwinkel die Sanitäreinrichtungen saniert. Stadtbaurat Carsten Hettwer erklärt, dass immer umgehend gehandelt werde, wenn Nässe oder Schimmelbefall festgestellt wird.