"Sie machen uns unser Schützenfest kaputt"

Die Fläche des Festplatzes ist nach Ansicht des Schützenvereins beim Schützenfest komplett ausgereizt.Foto: O. Krebs

Ortsrat lehnt Festplatz an der Zellerie als Containerstandort ab

Kaltenweide (ok). Sabine Letmathe hat gegen Ende der Diskussion die Nase gestrichen voll; das Mitglied des Kaltenweider Schützenvereins rief im Zelleriehaus laut in Richtung Verwaltung und Politikern: "Sie machen uns unser Schützenfest platt." Grund der Erregung: Die Verwaltung schlägt vor, einen Hortcontainer für 20 Kinder in der Größe von etwa 130 Quadratmetern an den Rand des Festplatzes an der Zellerie zu setzen; dem Schützenverein würde dann nach eigenen Angaben ungefähr ein Drittel der Fläche fürs Festzelt fehlen. Und auch Feuerwehr und Treckerclub nutzen den Platz, an dem auch der Weihnachtsmarkt stattfindet, regelmäßig. Alternativen gebe es wenige, der Platz sei schon voll ausgereizt, der Auto-Scooter nebenan als Attraktion für die Schausteller unverzichtbar. Zudem gibt es nach Auskunft des Festleiters Dirk Trapp langfristige Verträge mit der Familie Musiolek, die das Schützenfest schon seit vielen Jahren erfolgreich immer zu Pfingsten betreibt. "Das haben wir uns in 15 Jahren mühsam aufgebaut", hob Trapp hervor, das Fest in Kaltenweide sei eines der erfolgreichsten. Und deshalb mussten viele der Schützinnen und Schützen, die ins Zelleriehaus gekommen waren schmunzeln, als Ortsratsbetreuerin Karin Saremba den Vergleich mit dem Schützenverein Krähenwinkel zog. Der ziehe in diesem Jahr schließlich auch auf die Fläche zwischen Wagenzeller und Walsroder Straße. Für die Mitglieder des Kaltenweider Schützenvereins sind die vorwiegend wirtschaftlichen Gründe aber nicht mit den eigenen Ansprüchen vergleichbar. Verwaltungsmitarbeiterin Heidi von der Ah sieht allerdings keine Alternativen, gerade wenn die Hortplätze bis zum 1. September realisiert werden sollen. Diese Aussage brachte Ortsbürgermeister Wolfgang Langrehr so richtig auf die Palme. Er habe mit einem benachbarten Grundstückseigentümer schon beim Osterfeuer gesprochen, dessen Bereitschaft auch gleich der Verwaltung gemeldet. Seitdem sei nichts passiert, und nun werde künstlich Zeitdruck aufgebaut. Dagmar Janik (SPD) fehlen vor allen Dingen Kostenschätzungen für mögliche andere Lösungen. Die hatte Heidi von der Ah allerdings gar nicht erst im Gepäck, muss sich jetzt aber verstärkt mit ihren Kolleginnen und Kollegen darum bemühen. Denn: Obwohl sie mit Engelszungen auf die Ortsratsmitglieder einredete und die Containerlösung auf dem Zellerieplatz als "am praktikabelsten, am schnellsten, am kostengünstigsten und für die Kinder am schönsten", folgte der Ortsrat einem Änderungsvorschlag der CDU-Fraktion den sogar SPD-Fraktionssprecherin Annette Spremberg als "recht passabel" lobte.
Was vielen noch sauer aufstieß: Die Verwaltung hatte es im Vorfeld versäumt, Gespräche mit den Betroffenen zu führen, der Schützenverein fühlt sich jetzt durch die scheinbar einfachste Lösung in die Ecke gedrängt, hat jetzt Angst, das er "Stückchen für Stückchen" abgeben muss. Eric Rehwinkel betont: "Wir sind nicht dafür verantwortlich, dass jetzt auf einmal die Hortplätze fehlen."
Jetzt heißt es für die Verwaltung möglichst schnell nachbessern, Verhandlungen mit Grundstückseigentümern aufnehmen und Kostenberechnungen anstellen, denn andere städtische Flächen rund um die Zellerie kommen nicht in Betracht. Die Arbeit wird also nicht weniger, zumal es auch an anderen Stellen in Langenhagen in Sachen Hort kräftig brennt.