Sie sind nicht gewichen

Die SPD-Delegation im Veranstaltungsraum, dem ehemaligen Ratssaal. (Foto: D. Lange)

Schwierige Zeit beim Umbau des Hauses der Jugend

Langenhagen (dl). Was andere unter allen Umständen zu vermeiden suchen, hat das Team Kinder und Jugend der Stadt Langenhagen stoisch, wenn auch mühsam und mitunter mit zusammengebissenen Zähnen ausgehalten. Sie sind nicht gewichen und haben den Betrieb des Fachbereichs während der Umbauphase des Südtraktes im Haus der Jugend trotz aller Einschränkungen aufrecht erhalten. Zu sagen „Es war eine schwierige Zeit“ kann wohl nicht annähernd wiedergeben, was das Leben und Arbeiten auf einer Baustelle für jeden Einzelnen tatsächlich bedeutet. „Anderseits bekommt man dadurch ein ganz anderes Verhältnis zum Haus. Man wächst mit dem Projekt“, versicherte Sozialpädagoge Martin Ebers. Anfang der Woche besuchte eine Abordnung der SPD Langenhagen, darunter die Bundestagsabgeordnete Caren Marks, das Haus der Jugend am Langenforther Platz, um sich ein Bild zu machen vom aktuellen Stand der Dinge. Die auch räumliche Verbindung zwischen dem Fachbereich Jugend, Familie und Soziales mit dem Verein für Sozialarbeit, der Jugend- und Kulturförderung und der Sozialen Gruppe war seinerzeit ein mitentscheidendes Argument für die Sanierung des 50er- Jahre-Baus. Durch das Versetzen einiger Wände im Südtrakt konnten im Zuge der Bauarbeiten nicht nur zusätzliche Räume geschaffen werden, sondern was die Leiterin des Fachbereichs, Heidi von der Ah und alle ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besonders freut: „Wir haben jetzt endlich eine schöne, große Küche. Die war für uns sehr wichtig, denn die Nachfrage von Gruppen, die mit Kindern zusammen kochen wollen, ist groß.“ Der Sanierungsabschnitt Zwei im Mitteltrakt mit dem Treppenhaus, dem Cafè Monopol sowie der sozialen Gruppe im Obergeschoss steht inzwischen kurz vor der Fertigstellung. Inklusive entsprechender Aha-Erlebnisse der besonderen Art für jeden, der noch den alten Höhlencharakter im Erdgeschoss in Erinnerung hat. Für Sven Seidel vom Cafè Monopol verlief die Bauphase dagegen nicht so reibungslos wie gewünscht. Nach einem sowieso schon stark verspäteten Baubeginn stellten sich gegen Ende auch noch einige Planungsfehler heraus, die im Nachhinein korrigiert werden mussten. Dazu allerdings bedurfte es, so hieß es von Seiten der Betreiber, erst eines mittleren Donnerwetters, um sich auf verantwortlicher Seite Gehör zu verschaffen. Der dritte Bauabschnitt schließlich sieht die Sanierung des Nordtraktes vor, in dem der Verein für Sozialarbeit beheimatet ist. Hier wird es ohne Abriss und Neubau nicht gehen, sodass derzeit fieberhaft nach einem neuen, zentral gelegenen Ausweichquartier für den Verein gesucht wird. Eine Einstellung der Sozialarbeit während der zweijährigen Bauzeit liege nicht im Interesse der Stadt und sei daher auch angesichts der nicht unproblematischen Sozialstruktur in Langenhagen für niemanden eine ernstzunehmende Option. Positiv aus Sicht der Stadt sind die zusätzlichen Bundesmittel für die Sanierung in Höhe von 809.000 Euro, die jetzt voll und ganz dem Nordtrakt zu Gute kommen sollen. In diesem Zusammenhang besteht im Verein für Sozialarbeit schon seit langem der Wunsch nach einem Bewegungsraum für die Jugendlichen, dessen Realisierung mit dem Zuschuss jetzt ein großes Stück näher gerückt sein dürfte.