Sie wurden sehr offen aufgenommen

Die nordirischen Schüler nehmen eine Menge positive Erfahrungen mit auf die Insel.

Nordirische Schüler besuchen die IGS

Langenhagen. Nach mehr als einer Woche in Langenhagen war es am Dienstag soweit: Die nordirischen Schüler verbrachten den ganzen Tag mit ihren Partnern im Unterricht an der IGS. Das von UK German Connection finanziell geförderte Projekt zwischen der IGS Langenhagen und der katholischen Jungenschule St.Columb’s College in Derry bedeutete für die teilnehmenden Jugendlichen (14 bis 18 Jahre alt), dass sie nicht nur die deutsche Schule und ihre Gastfamilien sowie einige touristische Ziele in Langenhagen, Hannover und Umgebung kennen lernten, sondern auch in ein dreitägiges Praktikum gingen, das sie mit ihren deutschen Partnern an zwei Projektnachmittagen und einem Vormittag intensiv vor- und nachbereiteten.
Die Berichte und Rückmeldungen am Freitag nach dem Praktikum zeigten, dass die Betriebe in der Region Hannover die Jugendlichen aus Nordirland sehr offen aufgenommen haben.
Peter fand die Reden im Landtag und sein Praktikum bei beim Landtagsabgeordneten Marco Brunotte sehr spannend und könnte sich vorstellen, einmal selbst Politiker zu werden, berichtet er in fließendem Deutsch.
Jamie erzählte, dass er bei seinem Tierarzt an der Kastration einer Katze teilgenommen habe und kann dies zum Entsetzen seiner deutschen Partnerin Sandra mit Fotos belegen.
Kane hat viel Neues über Amnesty International erfahren, während Connor dort half, einen Film zu schneiden.
„Meine Schüler haben so viel gelernt in den vergangenen Tagen“ fügte die Deutschlehrerin Marion Lübbeke lächelnd an und bedankte sich zusammen mit ihrer deutschen Kollegin Isabell Wagemann-Steidel nochmals bei Familien und Firmen. Besonders das Thema Infrastruktur und Arbeitsplätze spielte immer wieder eine Rolle, selbst beim Wochenendausflug nach Soltau in den Heidepark.
Isabell Wagemann-Steidel bat die Schüler des St. Columb’s College aus Nordirland am Dienstag, den 5. November mit ihrer Schuluniform am Unterricht der IGS Langenhagen teilzunehmen – einen ganzen Schultag erlebten sie mit ihren Partnern. „Als ich morgens in die Klasse kam wurde ich mit Fragen bombardiert, die vor allem um Schule und die Uniform gingen“, berichtet Callum von seiner Erfahrung und findet erstaunlich, dass er mit seinem Austauschpartner Marvin während der Schulzeit auch in der Küche war, um ein vegetarisches Gericht zu bereiteten: „and it tasted amazing!“ (es schmeckte fantastisch!)
In der Pause versammelten sich die Schüler im Forum der IGS, um sich in ihren Schuluniformen zu zeigen. Besonders die jüngeren Schülerinnen und Schüler waren begeistert und trauten sich sogar, einige nordirische Jungs anzusprechen.
„Bei uns müsste es auch Uniformen geben“ kommentierte ein vorbeieilender Lehrer. Na - ob da die deutschen Schüler mitmachen würden? "Die Diskussionen im Englischunterricht dazu werden oft sehr leidenschaftlich geführt und enden meistens in einer Ablehnung von Schuluniformen", weiß Isabell Wagemann-Steidel.
Am Montag spielte deutsche Geschichte eine Rolle, denn die Schüler besuchten zusammen mit einigen deutschen Partnern die Fachwerkstadt Celle und das ehemalige Konzentrationslager Bergen-Belsen. Tiarnan beschreibt Celle als „vorbildliche Stadt für Touristen, die ein traditionelles deutsches Feeling hervorbringt“. Für das Wort Fachwerk gebe es gar keine englische Entsprechung, meint er. Bergen-Belsen beeindruckte ihn und seine Mitschüler auch dadurch, da sie in ihrer Schule von Anne Frank und ihrem Schicksal gehört hatten.
Sowohl die Schüler als auch die beiden organisierenden Lehrerinnen ziehen eine sehr positive Bilanz der vergangenen zehn Tage. Als die Gruppe sich am Flughafen verabschiedete, freute sich Sarah mit Jette, dass die deutsche Gruppe in genau drei Monaten nach Derry fliegen kann, um eine ähnlich positive Erfahrung zu machen.