„Skepsis ist durchaus angebracht“

Wer im Internet unterwegs ist, sollte sich nicht so schnell zu erkennen geben.Foto: O. Krebs

Kaltenweide: Grundschüler lernen den richtigen Umgang mit Smartphone und Internet

Kaltenweide (ok). Das muss Kindern, aber auch Erwachsenen sonnenklar sein: Wer etwas ins Internet stellt, bekommt es so schnell nicht wieder raus. Denn: Das Netz verzeiht einfach keine Fehler; wer es als Kommunikationsplattform nutzt, stellt sich oft millionenfach zur Schau. „Eltern sollten sich im heutigen Zeitalter schon von Geburt an mit dem Thema Medienerziehung auseinandersetzen“, rät Medienpädagogin Sabine Eder von Blickwechsel, Verein für Medien- und Kulturpädagogik. Das Handy sei zwar schon 30 Jahre alt, das Internet sogar 60, aber gerade in der jüngeren Vergangenheit rückten die so genannten neuen Medien immer mehr in den Blickpunkt. Wichtig im Umgang sei vor allen Dingen ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Eltern und Kindern – Fernseher gehörten nicht ins Kinderzimmer, Computer in die Reichweite der Eltern. „Im Alter von zehn oder elf Jahren sollte der Umgang gemeinsam angegangen werden. Mit der Pubertät ist es oft zu spät“, weiß Iris Hegemann vom Förderverein, die die Medientage für die vierten Klassen der Grundschule Kaltenweide federführend organisiert hat. Dazu gehöre natürlich auch, dass Mama und Papa darüber informiert sind, mit wem ihr Sprössling so chattet, denn im Internet lauerten so manche Gefahren. Jemand, der sich als elfjähriger Junge ausgibt, entpuppt sich beim Treffen dann leider als 40-jähriger Mann – die Anonymität des Netzes macht es möglich. Deshalb sollten persönliche Daten wie Alter, Geburtstag oder Wohnort auch nicht einfach unbekümmert preisgegeben werden. Tyra (11): Ich gehe nicht auf Facebook, weil da auch viele Erwachsene sind.“ Wichtig sei es auch, keine Fotos von sich oder anderen ins Internet zu stellen; die Kinder lernten an den Medientagen auch, dass diese durchaus manipuliert werden können. Sabine Eder: „Die Mädchen und Jungen machen sich angreifbar und verletzten obendrein unter Umständen noch Urheber- und Persönlichkeitsrechte.“ Eine Portion Skepsis im Umgang mit Internet oder auch Smartphones sei durchaus angebracht. Klassenlehrerin Eva Hinsche findet die Medientage an der Kaltenweider Grundschule sehr wichtig, schließlich werde Medienkompetenz von vielen sogar als Schulfach gefordert, denn es birgt nicht nur Gefahren , sondern auch Chancen. So kennt Charlotte (9) einige sichere Internetseiten für Kinder: „Da gibt es zum Beispiel bunte Kuh und das Internet-ABC.“ Und www.juuuport.de – eine Selbstschutzplattform für Kinder und Jugendliche.
„Internet und Handy müssen eben nicht nur technisch beherrscht werden. Erwachsene gehen manchmal mit zuviel Angst an das Ganze heran, Kinder mit zuviel Unbekümmertheit. Sie müssen einen Dialog starten“, fasst Sabine Eder zusammen.
Aber um ein Gespräch beginnen zu können, müssen auch Infos her. Und die gibt es für Eltern am Montag, 17. Juni, beim Elternabend „Gefahren und Chancen im Internet“ von 19.30 bis 21.30 Uhr in der Mensa der Grundschule Eingang „Am Osterberg“. E-Mails, Chat, soziale Netze und auch Online-Sucht sind dann zentrale Themen. Für die bessere Planung: Wer dabei sein möchte, melde sich bitte bei Iris Hegemann unter 2.beisitzer@foerderverein-gs-kw.de oder online auf www.foerderverein-gs-kw.de. „Wer diesmal wegen zu großer Nachfrage nicht dabei sein kann, bekommt auf jeden Fall automatisch eine Platzreservierung für den nächsten Medien-Elternabend.“ Der Förderverein hat das Medienprojekt für die Grundschule übrigens auch finanziert.