„So etwas habe ich noch nicht gesehen“

Zum Gespräch trafen sich noch vor der offiziellen Mila-Eröffnung grüne Landes- und Kommunalpolitiker, Mitlglieder des Integrationsbeirates und Mitarbeiter des Sozialberatungsdienstes. (Foto: G. Gosewisch)

Grüne Landespolitiker besuchen Mila-Laden

Langenhagen (gg). Großes Lob erhielt nun der hiesige Sozialberatungsdienst von den Landespolitikern Maaret Westphely und Belit Onay (Grüne). Sie waren im Rahmen ihrer Tour unter dem Titel „Zuflucht und Nachbarschaft“ in Langenhagen zu Gast und besuchten den Mila-Laden, Schützenstraße 4 – ein Ladengeschäft, das seitens der Stadtverwaltung in den nächsten Tagen eröffnet wird. „Die Abkürzung Mila steht für Menschen in Langenhagen. Wir sind froh und stolz, dass sich der Begriff aus einer Ideensammlung gebildet hat“, erklärte Heidi von der Ah, Fachbereichsleiterin im städtischen Ressort „Jugend, Familie und Soziales“. Doris Lange, Leiterin des Sozialberatungsdienstes, ergänzt: „Hier treffen sich Menschen, die Flüchtlingen bei der Integration helfen wollen. Es wird einen Wochenplan geben, und der Laden ist zudem ein Raum für das erste Ankommen der Flüchtlinge von ihrer Reise aus den Zwischenunterkünften.“
„So etwas habe ich noch nicht gesehen, das ist neu. Das haben anderen Kommunen nicht“, sagte Belit Onay und Maaret Westphely bestätigte, dass dieser Laden abseits des Standardrepertoires für Integration gleichermaßen pragmatisch und kreativ aufgestellt sei. „Die Lage im Zentrum, im Erdgeschoss unter den Büros des Sozialdienstes in den Stockwerken darüber, war uns sehr wichtig“, sagte Doris Lange, die den ersten Impuls für die Realisierung gegeben hatte. Zur Symbolik des Landens passe, dass das Thema Integration ein öffentliches Thema sei, offen für Interessierte oder weitere Helfer. „Mit Kompetenz und gewachsenen Strukturen arbeiten 38 Ehrenamtliche bei der Integration mit“, so die Information des Sozialberatungsdienstes. Damit sei die Betreuung der Flüchtlinge gut flankiert. Große Probleme bereite weiterhin die Beschaffung geeigneter Unterkünfte. „Es gibt nicht viele Konflikte unter den Flüchtlingen, trotz Doppelbelegungen in den zur Verfügung stehenden Zimmern“, berichtet Doris Lange aus dem Alltag und lobt die Präventionsmaßnahmen der Langenhagener Polizei. Schwierig sei die Lage der Flüchtlinge dennoch, darunter viele junge Männer. Eine Desillusionierung mache sich breit. „Beschäftigung ist das Thema, das noch vertieft werden muss“, mahnte Heidi von der Ah an.