„Sommer im Herbst“ im Kunstraum

Hanne Niescken-Voigt (von links), Maja Lübbe-Koerth und Ute Lücker wollen den Sommer noch nicht entlassen; die Galerie Kunstraum bietet dafür einen wunderbaren Rahmen. Foto: D. Lange

Künstlergemeinschaft zeigt die Ausstellung „Urlaubsflair“

Langenhagen (dl). „Wir sind davon überzeugt, dass der Sommer einfach noch nicht zu Ende sein darf“, findet Hanne Niescken-Voigt von der Langenhagener Galerie Kunstraum. „Deshalb haben wir uns mit einer gemeinsamen Ausstellung noch einmal an die Farben des Sommers erinnert und diese auf ganz verschiedene Art und Weise künstlerisch umgesetzt.“ Für dieses Vorhaben ist der Kunstraum an Schaumanns Hof aber auch wie geschaffen: Das Gebäude liegt idyllisch etwas abseits der Straße zwischen hohen Bäumen und besitzt an drei seiner vier Seiten große Fenster, die die Kunstwerke im Inneren der Galerie idealerweise den ganzen Tag lang ins rechte Licht zu rücken vermögen. Die alten hölzernen und im Lauf der Jahrzehnte dunkel gewordenen Bodendielen und Fensterrahmen setzen dazu einen warmen Akzent. Der Blick nach draußen fällt auf grüne Bäume und Büsche und findet im Innern seine Entsprechung in den großformatigen Waldbildern von Ute Lücker, die den Betrachter direkt ansprechen und zu einem Waldspaziergang an einem warmen Sommertag einladen. Das Spiel von Licht und Schatten auf einer lichtdurchfluteten Waldlichtung ist für die Künstlerin ein immer wiederkehrendes Faszinosum, das sie in ihren fotorealistischen Bildern ausdrücken will.
Die zumeist schwarzweißen Raku-Objekte von Hanne Niescken-Voigt schaffen einen ruhigen Kontrast zu den farblich lebhaften Waldmotiven. Mit dem Wort Raku wird eine traditionelle japanische Brenntechnik bezeichnet, wobei die Tonfigur mit der aufgetragenen Glasur auf 1.000 Grad erhitzt und anschließend glühend in ein Gefäß mit Sägespänen gegeben wird. Durch den Sauerstoffabschluss wird der Ton schwarz und die feinen Risse, die auf der Glasur entstehen, bilden dabei immer wieder andere Muster, von denen keines dem anderen gleicht.
Irene Schwartz und Maja Lübbe-Koerth nutzen die vielfältigen gestalterischen Möglichkeiten von verschiedenfarbigem Glas für ihre Tiffany-Glaskunstobjekte und individuelle Schmuckarmbänder, deren Basis ein feinmaschig gehäkeltes Drahtgeflecht bildet, auf das große und kleine Glasstücke aufgebracht werden. Für Heiner Höhn bilden dagegen Pferde die Quelle seiner Inspiration: Man trifft ihn häufig bei den Galopprennen auf der Neuen Bult; seine detailreichen Portraits und Bewegungsstudien zeichnet er gelegentlich nach Skizzen, aus Zeitgründen zumeist aber nach Fotos. Individuelles Modedesign und neue Ideen mit den Farben der Natur präsentieren Regina und Beate Nanni.
Zwar sind die ausgestellten Kunstobjekte von sehr unterschiedlicher Art, aber alles gemeinsam folgt dem eingangs erwähnten Grundgedanken: Möge uns der Sommer noch ein Weile erhalten bleiben. Die Ausstellung wird deshalb auch am kommenden Verkaufsoffenen Sonntag am 25. September noch einmal an Schaumanns Hof 4 zu sehen sein.