Sonnenenergie am Sonnenweg

Sie stehen hinter der Bürgersolaranlage auf Gemeindedächern (von links): Elke Zach, Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Projektleiter Udo Scherer, Pastorin Marieta Blumenau, die Umweltschutzbeauftragte Marlies Finke und Andreas Lau, Energieberater

Emmaus-Kirchengemeinde plant Bürgersolaranlage

Langenhagen (dl). Auf einer Infoveranstaltung im Gemeindesaal der Emmausgemeinde, zu der Marlies Finke, die Umweltschutzbeauftragte der Stadt, eingeladen hatte, informierten der Projektleiter der Klimaschutzagentur, Udo Scherer, und Energieberater Andreas Lau über die geplante Bürgersolaranlage auf den Dächern der Kirchengemeinde.
Das Dach des Gemeindehauses und das des angrenzenden Mehrfamilienhauses sind hinsichtlich Neigung, Statik und Ausrichtung bestens geeignet für eine effektive Nutzung der Sonnenenergie. Nach einer Berechnung der Klimaschutzagentur werden in Langenhagen ohnehin erst 1.100 Quadratmeter von den potenziell vorhandenen 632.000 Quadratmetern Dachfläche für die Erzeugung von Solarenergie genutzt – es steht also noch viel Platz zur Verfügung. Das Modellprojekt „Solaranlagen für Kirchengemeinden“ ist Bestandteil des Klimaschutzprogramms für Langenhagen, an dem mehrere Kooperationspartner wie Enercity und die Klimaschutzagentur Region Hannover beteiligt sind. Der Enercity-Fonds ProKlima wird beispielsweise zu fast 100 Prozent die Kosten für das Display der Photovoltaik-Anlage übernehmen.
Die für die Emmausgemeinde vorgesehene Anlage ist für 220 Quadratmeter projektiert und hat einen Investitionsbedarf von rund 65.000 Euro, die sich bei einer geplanten Ertragsausschüttung von acht bis neun Prozent im Jahr nach gut elf Jahren amortisiert haben sollen. Darüber hinaus dient die Energiegewinnung durch die Kraft der Sonne selbstverständlich auch der Einsparung natürlicher Ressourcen und trägt außerdem dazu bei, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Allein für Langenhagen sind das derzeit 14 Tonnen CO2 im Jahr, was dem Inhalt von 14 Freibädern entspräche.
Marieta Blumenau, Pastorin der Emmausgemeinde, versteht den Klimaschutz deshalb auch als eine Aufgabe für alle Bürger. Das Angebot, über den Verkauf der Anteile – Mindesteinlage 500 Euro – die neue Solaranlage zu finanzieren, richtet sich zwar zunächst an alle Gemeindeglieder, aber letztlich auch an alle Langenhagener Bürgerinnen und Bürger, die in Form einer steuerlich begünstigten Geldanlage einen Beitrag zum Klimaschutz leisten wollen. Jeder Anteilseigner ist Mitgesellschafter in einer GBR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) und damit Teilhaber. Der Teil des von der Anlage erzeugten Stroms, der nicht verbraucht und in das allgemeine Netz eingespeist wird, wird für die Dauer von 20 Jahren mit derzeit noch 39 Cent je Kilowattstunde vergütet. Die Lebensdauer von Solaranlagen wird in der Regel mit 30 Jahren und mehr eingeschätzt. Im Moment liegt die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes im Vermittlungsausschuss des Bundesrates, weil sich eine Mehrheit der Bundesländer gegen die vom Bundesumweltminister Röttgen geplante Kürzung der Solarförderung ausgesprochen hatte. Besonders in den ostdeutschen Ländern wird durch die Kürzung der Wegfall von Arbeitsplätzen in dieser boomenden Zukunftsbranche befürchtet. Dennoch: Aufgrund sinkender Preise für Solaranlagen werden diese zunehmend interessanter als Alternative zur herkömmlichen Stromerzeugung.