Sonntag wieder Atelierspaziergang

Barbara Lütjen im alten Schulhaus mit Beispielen ihrer filigranen Arbeiten.
 
Wolf Gloßner präsentiert eine Fülle attraktiver Metallarbeiten. Fotos: K. Raap

Auch Wolf Gloßner und Barbara Lütjen geben Einblicke

Langenhagen (kr). Unter dem Arbeitstitel „Sehnsucht“ läuft noch zum 21. August im Haus der Region, Hannover, Hildesheimer Straße 20, eine Ausstellung, in der alle 43 Künstler mit ihren Arbeiten vertreten sind, die auf dem Atelierspaziergang 2015 vertreten sind. Die umfangreiche Schau ist geöffnet montags bis donnerstags von 8 bis 17 und freitags von 8 bis 16 Uhr. Beim Atelierspaziergang hat der Besucher allerdings die Möglichkeit, den Künstlern seiner Wahl ganz individuell bei der Arbeit über die Schulter zu gucken, er kann das Arbeitsumfeld studieren und ganz entspannt in privater Atmosphäre Gespräche führen. Mancherorts lassen sich natürlich auch Projekte käuflich erwerben. Der Eintritt ist natürlich überall frei. Beim zweiten Teil des Atelierspaziergangs am Sonntag, 7. Juni, 11 bis 18 Uhr, sind auch zwei Langenhagener Künstler mit von der Partie. Barbara Lütjen, die hauptsächlich mit Papier arbeitet, hat ihre Werkstatt im alten Schulhaus in der Kastanienallee 19, Wolfgang Gloßner ist mit seinen Arbeiten in der Grovestraße 8a beheimatet.
Barbara Lütjen studierte1989 freie Kunst an der Fachhochschule Hannover und ist Mitglied der renommierten Gesellschaft“ IAPMA – International Association of Hand Papermakers and Paper Artists“. Sie erhielt verschiedene Stipendien und präsentierte sich auf unzähligen nationalen und internationalen Ausstellungen. „Das Medium Papier ist ein Material, dessen Möglichkeiten weit über die althergebrachte Verwendung hinausgehen und meine Arbeit seit langem entscheidend beeinflusst“, betonte Barbara Lütjen gegenüber dem Langenhagener Echo. Neue Wege mit Papier umzugehen und zu schöpfen suche und finde sie, indem sie Format, Struktur, Dicke, Weichheit und Festigkeit des Ausgangsmaterials selbst bestimme und verändere. „Das ermöglicht die Herstellung von beschreibbaren Blätter“, so die Künstlerin, „bis hin zu transparenten fragilen Objekten.“ Ihr Beitrag in Hannover sind über eineinhalb Dutzend filigraner kleine Objekte, die geometrisch geordnet in einer rechteckigen sehr flachen Glasvitrine präsentiert werden. Der Titel: „Auf dem Weg“.
Wolf Gloßner lebt als frei schaffender Künstler in Langenhagen und hat erst kürzlich neue Räumlichkeiten in der Grovestraße 8a bezogen. Der gebürtige Velburger legte Staatsexamen in Germanistik und Politik ab. Von 1975 bis 1981 studierte er an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und arbeitete als Meisterschüler bei Emil Cimiotti, einem der bedeutendsten Bildhauer Deutschlands. Wolf Gloßner fertigt seit vielen Jahren moderne Skulpturen aus Edelstahl und Stahl an, aber auch verschiedene Hölzer wie Birne und Bongossi gehören zu seinen bevorzugten Materialien. In der Region stehen viele seiner Plastiken im öffentlichen Raum, die bekannnteste ist wohl sein „Großes Tor“ am Flughafen, das früher am Berliner Platz stand. Seine jüngsten Schaffensphasen beinhalteten eine Serie stählerner und hölzerner Masken, interessante Miniaturen sowie sehr eindrucksvolle große Werke aus Edelstahl. Die jetzigen Flächen seines neuen Domizils dienen fast ausschließlich als Ausstellungsflächen. In Kürze wird Wolf Gloßner in zusätzlichen Werkstatträumen wieder seine Werkzeuge wie Trennschleifer, Schweißgeräte und Poliermaschinen zum Einsatz bringen, um wieder kreativ zu arbeiten. Dass er auch ein hervorragender Zeichner ist, beweist sein Beitrag in der Gemeinschaftsausstellung im Regions-Haus. Es handelt sich um ein großformatiges Bild in Gouache-Farben auf Bütten mit dem Titel „Burning Desire“, passend zum Ausstellungs-Titel „Sehnsucht“.