Souverän der Stadt, keine Quasselbude

Opposition kritisiert Verwaltungsvorgehen in Sachen MTU scharf

Langenhagen (ok). Für die Verwaltung mag es eine Formalie sein, die an der Sache an sich nicht ändert. Einige Ratsmitglieder fühlen sich mit Blick auf die Vorgehensweise des Bürgermeisters allerdings wieder mal vorgeführt Stichwort MTU: Beim Spatenstich für die neue Halle kam heraus, dass diese nicht wie geplant die Entwicklungsgesellschaft (EL) baut, sondern die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WfG). An ihr sind Stadt und Flughafen-Gesellschaft jeweils zur Hälfte beteiligt. Im Gegensatz zur EL sitzen jedoch keine Ratsmitglieder im Aufsichtsrat. Oppositionspolitiker empfinden es als Affront, dass sie über diese Entscheidung der Kommunalaufsicht von Verwaltungschef Friedhelm Fischer nicht informiert worden seien. „Generell halte ich die nun eingeschlagene Vorgehensweise für wenig transparent den gewählten Vertretern gegenüber“, sagt Wilhelm Behrens (ULG). Wie solle sich der einzelne Bürger mit einzelnen Verwaltungsentscheidungen abfinden, wenn noch nicht einmal die Ratspolitiker einzelne Verwaltungsvorgänge als transparent und offen vermittelt wahrnehmen müssen. Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Mirko Heuer ist sauer: „Für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit erwarte ich offene Worte über das, was in der Verwaltung passiert, wenn es passiert.“ Hierzu gebe es einen Verwaltungsausschuss, der nicht umsonst so heiße. Heuer süffisant an die Adresse von Stadtoberhaupt Fischer. „Leider hielten Sie diesen Vorgang offensichtlich nicht für so relevant, um ihn irgendwann mal zwischendurch zu erwähnen.“
Nicht so subtile Töne schlägt sein Parteikollege, der Stadtverbandsvorsitzende Marco Zacharias an. Der Christdemokrat schäumt offensichtlich vor Wut, ätzt gegen die Verwaltung im Allgemeinen und gegen Friedhelm Fischer im Besonderen. „Immer wieder wird der Rat als von den Bürgerinnen und Bürgern gewählte Verwaltung ignoriert und absichtlich nicht informiert.“ In jedem anderen Beruf hätte solch eine Informationspolitik personelle Konsequenzen. „Ich erwarte, dass Bürgermeister Fischer binnen einer Woche einen umfassenden schriftlichen Bericht zu den Entwicklungen der letzten Zeit vorlegt und sich für seinen miserablen Umgang mit dem Souverän der Stadt entschuldigt“, betätigt sich der CDU-Stadtverbandschef als Wadenbeißer. Der Rat der Stadt sei die Vertretung der Einwohnerinnen und Einwohner Langenhagens und keine „dahergelaufene Quasselbude“. Aus dem Rathaus lag bis Redaktionsschluss trotz Nachfrage keine Stellungnahme vor.