Sozialministerin trifft Gisbert, die Giraffe

Sozialministerin Cornelia Rundt fühlte sich inmitten der vielen Kinder pudelwohl. (Foto: O. Krebs)

Cornelia Rundt beim bundesweiten Vorlesetag im Sprachheilkindergarten

Langenhagen (ok). Vorlesen ist für die dreifache Mutter Cornelia Rundt nichts Neues. "Vor dem Schlafengehen hatte ich immer ein Buch in der Stadt. Vorher sind meine Kinder nicht ins Bett gegangen", erinnerte sie sich lachend. Nun – die Zeiten sind zwar schon lange vorbei, aber die Niedersächsische Ministerin Für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung liest auch heute noch gern. "Vorzugsweise skandinavische und isländische Krimis", erzählte Cornelia Rundt im Sprachheilkindergarten der GBA Langenhagen in Wiesenau. Dort hieß die Lektüre "Was bloß mit Gisbert los?", und die Kinder hörten gespannt zu, als Cornelia Rundt die spannende Geschichte rund um die Giraffe, die erst schrumpft und dann in Sekundenbruchteilen wieder wächst, vorlas. Im Sprachheilkindergarten werden Vier- bis Sechsjährige gefördert, therapiert und begleitet, die erhebliche Sprech-, Sprach- und Stimmstörungen aufweisen. Eine ambulante Therapie reicht meistens nicht aus, damit diese Kinder möglichst in den Regelbereich der Grundschulen eingeschult werden können. Etwa 75 Prozent der betroffenen Kinder sind übrigens Jungen. Zu Beginn der Förderugn werde oft mit Bilderbüchern gearbeitet, die klare Bilder beinhalten und nicht zu viel Text aufwiesen, erläutert Margret Marten, Leiterin des Sprachheilkindergartens. Mit diesen Büchern könne methodisch vielfältig gearbeitet und den Kindern Bücher und Texte näher gebracht werden. Vorlesen sei in der kindlichen Entwicklung eine gute Methode, die Freude am Buch und am späteren Lesen zu wecken und zu fördern. Und natürlich auch eine Aufgabe im Rahmen der Inklusion. Sprachheilkindergärten gibt es in dieser Form übrigens nur in Niedersachsen. Für die zuständige Ministerin eine Investition, die sich nicht nur menschlich, sondern auch wirtschaftlich lohne. Etwa 17 bis 18 Monate sind die Mädchen und Jungen im Sprachheilkindergarten, bevor sie weiter gezielt gefördert würden oder auch gleich in eine Grundschule gehen könnten.
Die Geschichte der Giraffe Gisbert spiegelt auch Erlebnisse der Kinder wider, die wegen ihrer Sprachstörung sicherlich gehänselt und dann wie die Giraffe immer kleiner würden. Dann gebe es aber auch Lob und aufbauende Worte, sinnbildlich wachse die Giraffe im Buch auf 4,60 Meter und knalle durchs Dach. "Das ist ein schöner Vergleich, der die emotionale und optische Situation der Kinder verdeutlicht", sagte Cornelia Rundt, die den bundesweiten Vorlesetag regelmäßig nutzt, auch schon einmal in einer Einrichtung für geistig behinderte Menschen vorgelesen hat. Die Zeit im Sprachheilkindergarten an der Autobahn sei für sie jedenfalls wie im Fluge vergangen. Gern wäre sie noch länger bei den Kindern geblieben, mit denen es viel Spaß gemacht habe. Doch der nächste Termin rief, und so musste sich die Ministerin von Margret Marten, den GBA-Geschäftsführern Florian König und Heiner Peterburs, der Ende des Monats in den Ruhestand geht, den Kindern und natürlich auch von der Giraffe Gisbert verabschieden.