Sparmaßnahmen gefährden Kurse

Die Integrationskurse stehen auf dem Prüfstand.

Zulassungsbeschränkungen führten zu monatelangen Wartezeiten

Langenhagen. Für VHS-Programmbereichsleiter Bernd Blauert-Segna sind die 2005 eingeführten, mit Bundesmitteln geförderten Deutsch-Integrationskurse eine Erfolgsgeschichte. Dank einer engen Zusammenarbeit von Ausländerbehörde, Arbeitsagentur, Bildungseinrichtungen und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hätten bundesweit mehrere Hunderttausend Zuwanderer die Gelegenheit erhalten, sich durch die Teilnahme an Deutsch-Kursen in ihrer neuen Heimat beruflich und sozial zu integrieren. Dieser Erfolg werde nun durch die auf Bundesebene geplanten Einsparungen in Höhe von 30 Mio. Euro (rund zwölf Prozent des Gesamtbudgets) gefährdet.
Besonders betroffen von diesen Einsparungen sind nach Angaben von Blauert-Segna so genannte „Altzuwanderer“, das heißt Zuwanderer, die bereits vor 2005 nach Deutschland eingereist sind. Nach dem Willen des Bundesamts sollen diese Personengruppen nur noch nachrangig berücksichtigt werden. Schon jetzt habe sich nach Angaben der Volkshochschule die Bearbeitungsfrist von Zulassungsanträgen von sieben Tage auf bis zu drei Monaten verlängert. Künftig müssten lernwillige Zuwanderer noch mit erheblichen längeren Wartezeiten rechnen.
Unter diesen „Altzuwanderern“ sind nach VHS-Angaben besonders viele Mütter, die aus familiären Gründen bislang keine Gelegenheit zum Besuch von Deutsch-Kursen gehabt hätten und ohne eigene Deutsch-Kenntnisse nicht in der Lage seien, ihre Kinder in der Schule zu unterstützen. Immerhin sei es für Mütter mit Kleinkindern seit 2 Jahren möglich, die vom Mehr-Generationen-Haus angebotene, kursbegleitende Kinderbetreuung in Anspruch zu nehmen. Da die Bildungseinrichtungen nur Zuschüsse für zugelassene Kursteilnehmer erhielten, werde die Durchführung neuer Deutschkurse erheblich verzögert und erschwert.
Wegen der bundesweiten Dimension dieser geplanten Sparmaßnahmen hat sich auch die Präsidentin des Deutschen Volkshochschul-Verbandes e.V. (DVV), Prof. Dr. Rita Süssmuth, an Bundesregierung und Fraktionen gewandt und appelliert, den Integrationskursen die dringend benötigten Mittel weiterhin zur Verfügung zu stellen. Es bestehe ein breiter politischer Konsens, dass Bildung und Integration zu den wichtigsten Aufgaben unserer Gesellschaft zählen. Jetzt gehe es darum, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Flagge zu zeigen und Investitionen in Bildung und Teilhabe am Arbeitsmarkt zu erhalten.