Spatenstich für Gerätehaus soll kommen

Die Geehrten und Beförderten der Feuerwehr Engelbostel werden eingerahmt von Stadtbrandmeister Arne Boy (links) und Ortsbürgermeisterin Gudrun Mennecke (rechts). (Foto: C. Wurm)

Feuerwehr Engelbostel zieht in Jahresversammlung Bilanz

Engelbostel (cow). Es ist ein traditioneller Termin, zu Anfang des Jahres, an dem die Engelbosteler gerne in geselliger Runde zusammenkommen, um ihrer Ortsfeuerwehr Treue und Anerkennung zu zollen. Im Saal der Gaststätte „Zur Post“ gelang das nun in bewährter Weise. Im Interessensfokus stand bei den Mitgliedern aus aktuellem Anlass der geplante Neubau eines zeitgemäßen Feuerwehrgerätehauses, welcher die Ortsfeuerwehren Engelbostel und Schulenburg an einem Standort zusammenfassen soll. Schon seit mehr als zehn Jahren ein währendes Dauerthema, das den Feuerwehrmännern und –frauen viel Geduld und Durchhaltevermögen abverlangt.
Im Vorfeld präsentierte der Förderverein der Ortsfeuerwehr Engelbostel finanzielle Einblicke in den im Jahr 2013 gegründeten gemeinnützigen Verein. Mit den Jahresbeiträgen in Höhe von 25 Euro pro Mitglied, Spenden und Fördermitteln unterstützt er die Arbeit der aktiven Wehrleute, trägt mit Ausflügen und Veranstaltungen zum lebendigen Vereinsleben und der Förderung der Gemeinschaft zwischen aktiven und fördernden (passiven) Mitgliedern der Feuerwehr bei. Die zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel unterstützen auch bei der Beschaffung wichtiger Neuerungen sowie bei der Unterhaltung der Fahrzeuge, Gerätschaften und der spezifischen Ausrüstung. Lars Seidel, erster Vorsitzender, erklärte, dass der Verein mit der Zeit gehe und Einladungen und Terminbekanntgaben zukünftig per E-Mail an die Mitglieder versenden werde. Parallel wird es auch noch den Postversand geben, langfristiges Ziel sei aber, komplett auf den digitalen Kommunikationsweg umzustellen. Im April dieses Jahres feiert der Förderverein sein dreijähriges Bestehen und hält in diesem Rahmen auch Vorstandswahlen ab.
Ute Hiensch, Ortsbrandmeisterin der Feuerwehr Engelbostel, stellt in ihrem Jahresbericht besonders die Einsätze im Sommer heraus, an denen die Feuerwehr - Sturmtief Niklas geschuldet - an nur einem Tag neun Mal ausrücken musste, um gravierende Sturmschäden zu beseitigen. Zu den größten Einsätzen zählte auch der Strohballenbrand in der Straße „Hinter den Höfen“, bei dem rund Hundert Strohballen lichterloh brannten und zusätzlich eine Gefahr für die Nachbarhäuser darstellten. Besonderes Medieninteresse erreichte das Pferd Lisa, welche aufgrund von Arthrose in einem Graben stecken blieb und nur mühselig mit Hilfe eines Ladekrans geborgen werden konnte. Insgesamt waren die Feuerwehrkameraden bei 52 Einsätzen mit dabei, davon 15 Brandeinsätze, 27 technische Hilfeleistungen wie Autounfälle und zehn sonstige Einsätze, zu denen die Mithilfe bei der Flüchtlingsunterbringung oder Bombenevakuierungen zählt. Pro Kamerad war jeder der 58 aktiven Mitglieder im Durchschnitt 88 Stunden für die Feuerwehr Engelbostel im Einsatz. Getrennt wurde sich in diesem Jahr von Rosti, der langjährigen Mitgliedern ein Begriff sein sollte. Das Mannschaftstransportfahrzeug war in die Jahre gekommen und wurde gegen ein neues Fahrzeug ausgetauscht. Mit ironischem Unterton nahm Ute Hiensch auch zum Thema Gerätehausneubau Stellung und erklärte, dass sie in diesem Jahr bescheidener geworden sei. Anstatt auf das Neue zu setzen, wünschte sie sich lieber für das in die Jahre gekommene Gebäude vier gestrichene Tore anstatt nur zweier, frische Farbe im Schulungsraum und neue Böden. Einen schwungvollen Bericht ließ die Altersabteilung verkünden und führte die Anwesenden durch statistische Erfahrungswerte ihrer Herrenrunden im Gerätehaus. Mit sechs Schnaps pro Person und Zusammenkommen zeugen die Senioren nicht nur von trinkfestem Einsatz, sondern besonderem Witz und Charme, der in regem Beifall mündete.
Zu den zahlreich erschienenen Gästen gehörte auch Bürgermeister Mirko Heuer, der erwartungsgemäß zum aktuellen Sachstand des gemeinschaftlichen Feuerwehrgerätehauses Stellung nahm. Er machte deutlich, dass im Jahr 2016 kein Grundstein gelegt werde. Erst im Frühjahr 2017 werde etwas passieren und der Spatenstich für den geplanten Neubau erfolgen. Der Verkehrs- und Feuerschutzausschuss hat sich in der erst kürzlich statt gefundenen Sitzung für das Raumprogramm und VOF-Verfahren (Vergabeordnung für freiberufliche Leistungen) ausgesprochen. Rund fünf Millionen Euro plus Zusatzkosten sind für den Neubau am Stadtweg in Engelbostel veranschlagt. Der vollständige Grundstückserwerb ist seitens der Stadt Langenhagen noch nicht getätigt. Heuer versicherte jedoch, dass dieser Schritt in die Wege geleitet werde. Das sich anschließende Vergabeverfahren werde sich allerdings bis 2017 hinziehen. Aufgrund der Größe des Gerätehauses müssten die Planungs- und Bauleistungen europaweit ausgeschrieben werden. Dass die Engelbosteler Feuerwehrmänner und -frauen sich nicht mehr "mit Wischiwaschi-Worten" zufriedenstellen lassen, machte eine Aktive vor der Versammlung deutlich: „Seit Jahren werden wir besänftigt und wir sehen wenig davon.“ Heuer machte klar, dass er den Unmut verstehe, er dies jedoch so hinnehmen müsse, da es beim Grunderwerb gewisse Vorgaben einzuhalten gebe. Es sei aber alles andere als Wischiwaschi, sondern ein „handfester Beschluss“, der verabschiedet wurde, so der Bürgermeister.
Am 25. Januar wird der Rat der Stadt Langenhagen über die Beschlussdrucksache der Verwaltung entscheiden. Wenn Politik und Verwaltung bei diesem brennenden Thema an einem Strang ziehen, könnten nach Worten nun in absehbarer Zukunft endlich Taten folgen.
Ehrungen und Beförderungen rundeten die Veranstaltung ab. Für langjährige Mitgliedschaften wurden Guido Wittwer (25 Jahre), Robert Heidrich und Heinrich Roggenthien (beide 40 Jahre) ausgezeichnet.