SPD und Grüne tun sich schwer

Das Grundstück an der Neuen Bult wird als neuer Standort des Gymnasiums diskutiert; Jens Mommsen hat die Alternative aufgezeigt, unabhängig von seinem BBL-Kollegen Werner Knabe. (Foto: G. Gosewisch)

Entscheidung zum Neubau der Schulen muss fallen

Langenhagen (gg). Ein zähes Ringen um den Mut zu Entscheidungen spielte sich in der jüngsten Sitzung des Stadtplanungsausschusses ab. Zum Hintergrund: Seit mehr als einem Jahr werden mehrere Schülerjahrgänge des Gymnasiums und der IGS in Containern unterrichtet, die auf Pausenhöfen stehen - eine Folge des fehlenden Brandschutzes in mehreren Gebäudeteilen im Schulzentrum an der Konrad-Adenauer-Straße, die nun leer stehen. Neue Schulgebäude müssen errichtet werden, weil eine brandschutztechnische Sanierung nicht möglich ist. Experten haben dazu Pläne erstellt, die sie Mitte Juni Ratsmitgliedern aller Fraktionen in einer eigens gebildeten Lenkungsgruppe vorstellten. Auf dem Tisch liegt ein Entweder-Oder. Entweder wird im Bestand traktweise abgerissen und gebaut (Dauer mindestens zehn Jahre) oder das Gymnasium wird mit einem Neubau südlich des Parkplatzes Neue Bult ausgelagert (Dauer fünf Jahre). Mindestens genauso gewichtig wie die Dauer sind die kalkulierbaren Kosten, zumindest in der Abwägung der Dimensionen. So sind beim Umbauen im Bestand kostenträchtige Probleme wahrscheinlich, beim Neubau auf einer freien Fläche gäbe es mehr Planungssicherheit.
Seit Juni liegt es an den Politikern zu entscheiden, was sie wollen. Und, sie müssen entscheiden, sonst geht es mit der Bauvorbereitung nicht los. SPD und Grüne tun sich schwer, obwohl sich die Schulleitungen der IGS und des Gymnasiums für den Standort Neue Bult ausgesprochen haben. „Noch abzuwägen“ ist nach Auskunft von SPD-Ratsherr Wolfgang Langrehr die Bürgerbefragung zur dritten IGS im Weiherfeld, die zur Reduzierung der Schülerzahlen im Zentrum führen würde. Zudem favorisiere die SPD den Neubau des Gymnasiums auf dem jetzigen Schulsportplatz und den Neubau eines Sportplatzes nördlich der Peko-Halle im Stadtpark. Maren Rietschel bestätigte seitens der Grünen, dass die Trennung der Schulen (anders als bei der SPD) favorisiert werde. Das freie Grundstück nördlich der Leibnizstraße solle dafür genutzt werden. Sie sagte: „Mit dem SCL-Sportplatz gibt es dann Synergien. Wir wollen Ressourcen schonen.“ Bei der großen Lösung, beide Schulen am Standort Bult zu bauen, wie von Jens Mommsen (BBL) vorgeschlagen, sieht sie die Kosten in das Unermessliche steigen. „Die Kosten sind beim Bauen im Bestand auch völlig unermesslich, und andere freie Grundstücke mit passender Größe gibt es in Langenhagen nicht mehr“, waren seine Argumente, zudem gebe es am neuen Standort für die Schüler auch eine Erreichbarkeit zum SCL-Sportplatz. Maren Rietschel stimmte nickend zu. Ebenso Georg Obermayr, NABU, der den Grünzug an der Neuen Bult jedoch eigentlich nicht zerstört haben will. Für die CDU sagte Claudia Hopfe: „Die Einschränkung des just laufenden Rennbahnbetriebs ist nicht zielführend, das lehnen wir ab.“
Möglich ist eine Verlängerung der Linie S1 und die Umlegung der Bus-Routen für Schüler, wenn an der Neuen Bult das Gymnasium gebaut würde. Das würde die im Verkehr zu Schulbeginn und zum Schulschluss erstickende Konrad-Adenauer-Straße entlasten. Stadtbaurat Carsten Hettwer gab dazu positive Signale, ebenso zum Erwerb der Fläche an der Bult, die noch der Stadt Hannover gehört.
Erneut diskutiert wird der Schulstandort in der nächsten Sitzung des Bildungsausschusses am Donnerstag, 25. August, um 17.45 Uhr im Ratssaal, Marktplatz 1.