Spekulative oder konkrete Veränderung?

Wolfgang Prock-Schauer, Chef (CEO) von Air Berlin, legt die Sparziele fest. (Foto: Air Berlin)

Sparziele von Air Berlin könnten Flughafen treffen

Langenhagen (gg). Mit einer großen Mitteilung hat die Geschäftsführung von Air Berlin im Januar im Rahmen der Beschäftigten-Versammlungen das Jahr eingeläutet. „450 Millionen Euro will die Fluggesellschaft in zwei Jahren sparen“, weiß Anja Schlosser, Verdi Fachgruppe Luftverkehr. Damit hat Wolfgang Prock-Schauer, Chef (CEO) von Air Berlin seit 7. Januar, gleich mit Beginn seiner Übernahme des Postens von Hartmut Mehdorn so zu sagen den Sanierungs-Staffelstab übernommen. Mehdorn hatte in seiner kurzen Amtszeit von gut 15 Monaten im Unternehmen das Sanierungsprogramm „Shape & Size“ durchgezogen, das 230 Millionen Euro einsparen sollte, und er hatte das Sparprogramm „Turbine“ für das Jahr 2013 bereits in den Medien angekündigt. „Mehdorn hat als Kostensenker gewirkt“, sagen Branchenfachleute und zudem habe er mit dem Verkauf des so genannten Vielfliegerprogramms von Air Berlin an den Großaktionär Etihad die Weichen für ein Plus in der Jahresbilanz gestellt. Auf Anfrage des ECHOS nimmt Mathias Radowski, Pressereferent Air Berlin, wie folgt Stellung: „Ziel des Turnaround-Programms "Turbine" ist es, Air Berlin nachhaltig profitabel aufzustellen. Dafür verbessert Air Berlin das Netzwerk weiter, harmonisiert die Flotte, vereinfacht den Einsatz der Crews und konzentriert die Stützpunkte.“ Dass zu diesen Eckpunkten nun eine öffentliche Diskussion entbrannt ist, bestätigt Verdi. „Es gibt noch keine Zahlen von Air Berlin, was genau und in welchem Umfang geschlossen wird“, sagt Anja Schlosser. Aus den Ankündigungen in den Beschäftigten-Versammlungen sei aber abzuleiten, dass es bundesweit um eine Flottenreduzierung von 50 Prozent und eine Personalreduzierung um 15 Prozent gehe. „Umgerechnet sind das 900 Arbeitsplätze bundesweit und eine mögliche Schließung der Station am Flughafen Langenhagen mit 140 Mitarbeitern“, erklärt sie.
Air Berlin kommentiert dazu: „Im Rahmen der Umsetzung von geplanten Maßnahmen von "Turbine" führt Air Berlin seit einiger Zeit Gespräche mit den Personalvertretungen und arbeitet hier eng mit Arbeitnehmervertretungen und Gewerkschaften zusammen und wird Turbine gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und im konstruktiven Dialog mit den Arbeitnehmervertretern umsetzen. Durch Netzwerk- und Standort-Optimierung kann Air Berlin zukünftig auf einige Stationen verzichten. Derzeit sind in Deutschland die Air Berlin Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf 15 Stationen, den offiziellen Arbeitsorten, verteilt. Ziel dieser Optimierung ist, dass möglichst viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch an ihrer jeweiligen Station den Dienst sofort antreten können und ihren Arbeitstag direkt an ihrer Station beenden. Auch die Stationsoptimierungen sind derzeit Gegenstand von Gesprächen mit Arbeitnehmervertretungen. Air Berlin hat nicht vor, diese Gespräche über die Medien zu führen.“
Radowski betont: „Verkleinerungen oder Schließungen einzelner Air Berlin Stationen haben keine Auswirkungen auf das Air Berlin Angebot an den jeweiligen Flughäfen. Das Flugangebot am Flughafen Hannover wird wie geplant angeboten und steht nicht zur Disposition.
Als „spekulativ“ kommentiert Sönke Jakobsen, Pressesprecher der Flughafen GmbH, die Ableitungen zum Air-Berlin Sparkurs mit den Folgen für den Standort Langenhagen durch Verdi und ergänzt: „Gespräche mit den Airlines laufen routinemäßig sowieso, mögliche Veränderungen müssen und können so rechtzeitig kompensiert werden.“