Spielzüge mit der Stange kreieren

Stolz wie Oskar: Lian Schölzel präsentiert seine Krökel-Trophäen. (Foto: O. Krebs)

Lian Schölzel holt sich den Sieg beim Jugend-Krökel-Cup

Langenhagen (ok). Erst wollte er gar nicht, als ihn sein Vater André mit acht Jahren mitgenommen hat, aber dann hat es im richtig gut gefallen. Und mittlerweile ist der zwölfjährige Lian Schölzel ein richtiger Meister am Krökeltisch, findet in seiner Schule – der IGS Langenhagen – kaum noch ebenbürtige Gegner. Krökeln, wie Tischfußball rund um Hannover genannt wird, ist die zweite große Leidenschaft des Sechstklässlers nach dem „richtigen“ Fußballspiel auf dem grünen Rasen. Vor allen Dingen fasziniert ihn, dass er mit starren Figuren, die an Stangen montiert sind, so tolle Spielzüge kreieren kann. Und natürlich den Ball abwehren und unter Kontrolle bringen kann. Denn Lian ist im Doppel Verteidiger, übernimmt die hinteren beiden Stangen. Im nächsten Jahr will Lian dann bei der Krökel-AG an der IGS teilnehmen. Und das mit einem ganz besonderen Erfolg im Gepäck. Seine Schwester Tessa hatte ihn auf eine Lautsprecherdurchsage aufmerksam gemacht. Gesucht wurden Teilnehmer für den Jugend-Krökel-Cup in der Krökel-Bar, dem früheren Bundesleistungszentrum, in Hainholz. Und Lian meldete sich an, schaffte es mit seinem Partner vom Gymnasium in Berenbostel bis ins Endspiel. Dort das Duo dann klarer Außenseiter gegen die älteren und erfahreneren Gegner vom Gymnasium Berenbostel, die alle einer Krökel-AG angehören. Schnell stand es dann auch 4:6, das Match schien verloren. Aber das Unfassbare geschah: Mit Glück und Geschick und dem richtigen Einsatz der Bande im entscheidenden Moment holten sich Schölzel und sein Partner noch mit 7:6 den Sieg. Lian Schölzel: „Es macht Spaß, Lücken zu schaffen und den Ball dann mit oder ohne Bande ins Tor zu bringen.“ Gern würde er das Spiel am Tisch noch intensivieren – allein, es fehlt die Zeit. Der Sieg unter 28 Mitspielern, von denen einige schon 17 waren, hat Lust auf mehr gemacht. Und wer weiß: Vielleicht finden Vater und Sohn doch bald wieder den Weg in die Krökel-Bar, wo vor vier Jahren alles anfing. Bis dahin müssen die Matches in der Schule oder gegen den Vater reichen.