„Sprache bewegt“

Jürgen (5) pustet kleine Schaumstoffbälle in die Löcher auf dem Spielfeld, und Marie schaut interessiert dabei zu.Foto: D. Lange

Sommerfest zum „Tag des Sprechens“ im Sprachheilkindergarten

Langenhagen (dl). Dass die Sprache das wichtigste Mittel der Kommunikation, des Zugangs zu Bildung und Kultur und zur aktiven Teilnahme an der Gesellschaft darstellt und damit auch der Schlüssel ist für eine erfolgreiche Integration, ist eine allgemein anerkannte Tatsache. Entsprechend hoch ist daher der Wert, der einer frühzeitigen und intensiven Behandlung von Sprachentwicklungsstörungen bei Kindern inzwischen beigemessen wird. Der niedersachsenweite „Tag des Sprechens“, der unter der Schirmherrschaft von Sozialministerin Aygül Özkan steht, bot den Sprachheilkindergärten- und Schulen des Landes am vergangenen Samstag Gelegenheit, die Eltern mit Aktionen, bei denen sich alles um Sprache und Sprechen dreht, über das Thema Sprachförderung für ihre Kinder zu informieren. Aus diesem Anlass feierte der Sprachheilkindergarten Langenhagen jetzt ein „informatives Sommerfest“, um allen Familien und anderen Interessierten mit Infoständen seiner Kooperationspartner wie der Gutzmannschule, dem Mehrgenerationenhaus, Opstapje Langenhagen, Sprachheilpraxen sowie Betreuungseinrichtungen wie „Die Arche“ die vielfältigen Therapiemöglichkeiten zur Behebung von Sprech- und Sprachproblemen bei Kindern vorzustellen. Für den musikalischen Rahmen des Sommerfestes sorgte die Gutzmannschule mit ihrer Life-Time-Band, dem Chor der dritten Klassen sowie der Mädchentanzgruppe, die für ihre Auftritte immer nur freitags in der ersten großen Pause üben kann. Diesen „Tag der offenen Tür“ mit Sommerfestcharakter nutzten viele Eltern bei gutem Wetter und in lockerer Atmosphäre, mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen dazu, sich über die Arbeit des Sprachheilkindergartens zu informieren. Dabei handelt es sich um eine sonderpädagogische Einrichtung für Kinder mit Sprachauffälligkeiten, die überwiegend aus der nördlichen Region Hannover kommen. Der Kindergarten verfügt über 40 Betreuungsplätze in fünf Gruppen. „Gerade in kleinen Gruppen wie bei uns mit acht Kindern haben wir natürlich die Möglichkeit, auf jedes Kind individuell einzugehen. Im Regelkindergarten mit seinen großen Gruppen mit 20 oder mehr Kindern wäre dies gar nicht möglich“, sagt die Leiterin, Magret Marten. „Bei unserer sprachtherapeutischen Arbeit steht immer die Förderung der Gesamtpersönlichkeit des Kindes und seine sozial-emotionale Stabilität im Vordergrund“. Der Förderzeitraum für die Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren beträgt in der Regel ein Jahr. Betreut und gefördert werden sie in dieser Zeit nicht nur von Erzieherinnen, sondern auch von Logopädinnen, Ergotherapeutinnen und einer Psychologin. Es hat sich gezeigt, dass sich eine frühzeitige und ganzheitliche Behandlung von Sprachentwicklungsstörungen positiv auf die Schullaufbahn der Kinder auswirkt. Fast eben so viele Kinder gehen später auf eine Realschule oder ein Gymnasium wie Kinder ohne diese Beeinträchtigung.