Sprungweite der Tiere setzte Maßstab

Kinder und Jugendliche aus Langenhagen hatten im Seminarhaus von Gut Sunder viel zu erkunden. (Foto: NABU Langenhagen)
 
Zeit, um gegen den Ball zu treten, nahm man sich natürlich auch. (Foto: NABU Langenhagen)

NABU-Gut Sunder bot Natur, die Spaß macht

Langenhagen. Kinder und Jugendlichen des NABU-Ortsvereins verbrachten ein spannendes Naturwochenende auf Gut Sunder. Die NAJUs inklusive Betreuern reisten bereits am Freitag Nachmittag an und bezogen Stellung auf dem Zeltplatz, während sich die Rudi-Rotbein Gruppe erst einen Tag später im Heuhotel heimisch einrichtete. Neben der Natur direkt vor der Tür und vielen unverhofften Begegnungen mit Fröschen, Insekten und der ein oder anderen Ringelnatter kam natürlich auch der Spaßfaktor nicht zu kurz.
Die frühzeitig angereisten NAJUs starteten sofort motiviert mit dem Zeltaufbau ins Wochenende. Das Duo Arne B. und Arne K. kämpfte mit ihrer ungenauen Anleitung zum Zelt, während andere Teilnehmer mit ihren Wurfzelten ein leichteres Spiel hatten. Mit vereinten Kräften konnten jedoch alle Unterkünfte aufgebaut werden und die Naturfreizeit mit gutem Wetter und dementsprechend hohen Erwartungen beginnen.
Trotz der brütenden Hitze hat es sich niemand nehmen lassen, sich sportlich zu beteiligen, sei es nun beim Spielen an der Tischtennisplatte, Wagenrennen oder dem gemeinsamen Fußballspielen, wo auch die Kleinsten groß mitmischen konnten. In einer Sprunggrube konnten die fleißigen Sportler testen, an welches Tier ihre Weitsprungkünste herankamen: Die Jüngeren wagten sich an den Fuchs (2,80 Meter) heran, während die Älteren auch die überraschende Sprungweite eines Wildschweins (vier Meter) erreichen konnten, das Reh blieb allerdings mit sechs Metern ungeschlagen. Und wurde es jemandem bei dem anstrengenden Sportprogramm doch zu warm, konnte man sich kurzerhand im nahegelegenen Fluss bei einer spontanen Wasserschlacht – nach dem Motto jeder gegen jeden – abkühlen.
Ganz im Sinne der NABU–Aktion „Insektensommer“ bekamen die Kinder für eine Stunde die Aufgabe eben diese zu zählen. Im Teamwork wurden die gefundenen Insekten in Fachbüchern nachgeschlagen und geduldig analysiert, um sie anschließend in die Karten eintragen zu können. Bei Aussagen wie „das kann kein Käfer sein, der kam angeflogen“ hingegen musste noch einmal gründlich über die Natur aufgeklärt werden. Am „offenen Bienenstock“ konnten die Kinder vorsichtig die Klappe öffnen und ein Bienenvolk bei der Arbeit beobachten. „Die mit dem grünen Punkt ist die Königin“, stellte Marion fest. Die Bienen wurden am häufigsten gezählt, direkt gefolgt von Hummeln, Libellen und Wanzen. Auch das Insekt des Jahres 2018, nämlich die Skorpionsfliege, war in der endgültigen Zählung vertreten. Die im Überfluss vorhandenen Gnitzen und Mücken wurden „überraschenderweise und zur Belustigung der Betreuer“ größtenteils ignoriert.
Während der akuten „Gnitzen- und Mückenzeit“ am Abend konnte im Klassenraum gemalt oder beispielsweise Naturmemory gespielt werden. Auch Binokulare waren aufgebaut, durch die man Pflanzenteile oder gefundene Libellenflügel betrachten konnte. Durch das Mikroskop konnten sogar winzige Rädertiere aus einer Wasserprobe beobachtet werden. Das traditionelle Lagerfeuer musste dieses Jahr aufgrund der Trockenheit und der dadurch erhöhten Waldbrandgefahr leider ausfallen, allerdings hatten die Kinder und Jugendlichen dennoch viel Spaß beim gemeinsamen Beobachten von Fledermäusen und ausgedehnten Nachtwanderungen.
Am nächsten Morgen durften die Kinder noch einmal in Kleingruppen das Gelände erkunden. Dabei widmeten sie sich begeistert dem Keschern in Teich und Fluss und wurden nicht selten in Begleitung von zahlreichen Fröschen und Kröten angetroffen. Sam fand ein besonders großes Erdkrötenweibchen, das sofort liebevoll auf den Namen „Frieda“ getauft wurde. Auch eine Ringelnatter konnte ausfindig gemacht und von Ricky Stankewitz eingefangen werden. Dass diese im Gegensatz zu Fröschen eine trockene und von der Sonne erwärmte Haut besitzt, wussten einige der naturinteressierten Kinder bereits.
Der Besuch in der „Wildtiernis“ kam ebenfalls gut an. Ein begehrter Platz war die Präsentation des Wolfes und auch das Experimentieren mit dem „Fledermaushelm“, der den Kindern mit verbundenen Augen den Orientierungssinn von Fledermäusen näher brachte, war ein Highlight der Ausstellung.
Am Sonntag Mittag neigte sich die Naturfreizeit dem Ende zu. Die Scheune wurde geräumt, Zelte abgebaut und noch das ein oder andere Erinnerungsfoto geschossen, bevor die Kinder von ihren Eltern abgeholt wurden. „Es war jeden Mückenstich, Kratzer und Muskelkater wert“, schrieb der Vorsitzende des NABU–Langenhagen nach dem erfüllten Wochenende. Es wurde viel erlebt, beobachtet und Neues gelernt. Das Naturwochenende hat allen Spaß gemacht und es wurde bereits der Wunsch nach einem weiteren Besuch auf Gut Sunder im nächsten Jahr geäußert. Denn wie man weiß: „Nach Gut Sunder ist vor Gut Sunder“.