Stabiler Bestand der Abendsegler

Insa ist bei der NAJU aktiv und half bei der Nistkastenreinigung. (Foto: K. Woidtke)

NVL und NABU kontrollierten Nistkästen

Langenhagen. Die Naturkundliche Vereinigung (NVL) und der Naturschutzbund Langenhagen (NABU) trafen sich zur traditionellen Nistkastenreinigung im Eichenpark. Tatkräftige Unterstützung bei der Reinigung der 87 Kästen erhielten die ehrenamtlichen Helfer dabei von interessierten Bürgern und der Naturschutzjugend (NAJU). Ricky Stankewitz, Fledermausexperte und erster Vorsitzender des NABU Langenhagen, freute sich besonders über den erneuten Nachweis des Braunen Langohrs und den stabilen Bestand des Abendseglers.
Nach einer kurzen Sicherheitseinweisung machten sich die Helfer in zwei Gruppen auf den Weg vom Wasserturm zu den Nisthilfen im Eichenpark und Stadtwald. NVL und NABU reinigen jedes Jahr diese Nisthilfen, da Flöhe und Milben aus dem alten Nistmaterial das Brutgeschäft im nächsten Jahr stören würden. Mit Leitern, Spachtel und Drahtbürste ging es daher von einer Hausnummer zur anderen, um die Kästen zu säubern. Die einzelnen Nisthilfen tragen zur leichteren Zuordnung und anschließenden Dokumentation eine eigene Nummer. Auch Insa, Ricarda und Finn von der NAJU kletterten auf die von den Erwachsenen gesicherte Leiter und beseitigten die Nester von Meisen und Kleiber. Kleiber bauen dabei kein Nest im eigentlichen Sinn, sondern sammeln viele kleine Rindenstückchen von Nadelbäumen, die sie für ihr Brutgeschäft in alten Spechthöhlen oder in Nistkästen aufhäufen.
Ricky Stankewitz kontrollierte neben den Nistkästen für Vögel auch die Fledermauskästen im Stadtwald und konnte in drei verschiedenen Kästen insgesamt 22 Abendsegler zählen. Damit begeisterte er auch die Kinder, die mit ihm unterwegs waren. Denn so viele Fledermäuse auf einmal sind nicht alle Tage zu sehen. "Der Bestand dieser Fledermausart hat sich somit bei uns stabilisiert", erklärte Ricky Stankewitz und freute sich auch über den erneuten Nachweis des Braunen Langohrs. Ein Höhepunkt war der Fund einer Fransenfledermaus. Der NABU-Vorsitzende folgerte: "Die schonende Waldbewirtschaftung und Baumpflege, insbesondere das Liegenlassen des Totholzes, wirken sich positiv auf die Artenvielfalt aus."
Doch die Kästen wurden nicht nur von Vögeln oder Fledermäusen angenommen. Die Gruppe um Hartmut Lunau (NVL) staunte nicht schlecht, als Ricarda beim Reinigen eines Kastens auf einmal in zwei braune Knopfaugen einer Waldmaus blickte.
Nach insgesamt 87 kontrollierten Kästen trafen sich die Teams wieder am Wasserturm, um die Aktion bei belegten Brötchen und Kuchen gemütlich ausklingen zu lassen. Unterstützung bei der Verpflegung bekamen Edeltraud und Hagen Richter dieses Mal von NAJU-Mitglied Annika, die für alle Apfelmuffins gebacken hatte.