Stadt bringt "Licht ins Dunkel"

Anstoß des Ärgernisses: die dunkle Ecke am Wümmehof.

Ärger am Wümmehof wegen Tabula Rasa bei Pflanzen und Bäumen

Langenhagen (ok). Wie lautet doch ein plattdeutsches Sprichwort so schön: Wat den Eenen sin Uhl, is den Annern sin Nachtigall. Auf einen konkreten Fall im Wümmehof gemünzt: Jetzt ist Tabula rasa auf der Fläche zur Paracelsus-Klinik hin gemacht worden; der "Wildwuchs" – wie es eine Anwohnerin formuliert hat – auf der Fläche entfernt worden. Die Frau hatte sich bei der Stadtverwaltung beschwert, weil das Sicherheitsrisiko durch die Dunkelheit groß sei, Frauen sich kaum in den Wümmehof trauten. Die Situation sei gerade für kleine Kinder gefährlich; der Streifen muss einsehbar und zur Klinik durchsehbar sein. Im wahrsten Sinne des Wortes sollte "Licht ins Dunkel" kommen. Um das zu unterstreichen, hat sie auch Unterschriften gesammelt. Die Abteilung Stadtgrün und Friedhöfe hat reagiert, sich vor Ort umgesehen. Und sie mussten feststellen, das verschiedene Anwohner ihre privaten Bäume, Sträucher und Stauden in die städtischen Pflanzstreifen gepflanzt hätten. Vor allen Dingen immergrüne Gehölze verursachten Probleme, stünden wie etwas drei Lebensbäume nebeneinander oder direkt am Weg. In dem Schreiben der Verwaltung heißt es, dass das in Zukunft nicht mehr geduldet, sondern den Anwohnern die Entsorgung in Rechnung gestellt werde. Einige von ihnen sind von der rechtmäßigen Aktion allerdings nicht begeistert. Sie fühlen sich quasi wie auf dem Präsentierteller mit Blick auf die benachbarte Paracelsus-Klinik, sehen auch den Lebensraum einiger Tiere wie etwa die Igel bedroht. Die Installation einer zusätzlichen Laterne, wie sie die Stadtverwaltung prüft, sei völlig ausreichend.
Bürgemeister Mirko Heuer, der nach der Mängelmeldung, auf die nicht reagiert worden sei, direkt angeschrieben worden ist, musste nach eigener Aussage als "Eskalationsinstanz" eingeschaltet. Das komme aber öfter vor und sei beileibe keine Einzelfall. Sein Kommentar zu dem Nachbarschaftsstreit: "Es scheint wie so oft: Des einen Leid, des anderen Freud – die Flächen sind jetzt in einen ordentlichen, pflegeleichten, lichtdurchlässigen und sicherheitsgebenden Zustand – wie gewünscht – versetzt worden, und damit haben wir den offensichtlich vorhandenen Mangel beseitigt. Und sind Andere unzufrieden und beschweren sich." Grundsätzlich habe er nichts gegen eine Eigenbepflanzung. Allerdings zeihe das natürlich auch eine private Pflege nach sich. Da es nachbarschaflich aber offensichtlich keine Einigung in Sachen Pflege gebe, müsse die Stadt das dann wieder komplett übernehmen. Aber so, wie es sinnvoll und wirtschaftlich sei. Dazu gehöre zum Beispiel der Rückbau der Komposter im öffentlichen Raum und die Bepflanzung mit pflegeleichten Stauden. Fazit: Warten wir's ab, ob sich das Ganze im Frühjahr, wenn es wieder grünt und blüht, zur Never-Ending-Story entwickelt.