Stadt sucht weitere Tagesmütter

Tagesmutter Sarah Rutschmann (links) und Astrid Steding fanden auch beim Tagespflegefest Zeit, mit Kindern zu basteln. Foto: D. Lange

Tagespflegefest im Haus der Jugend

Langenhagen (dl). Mit Hüpfburg und Mal- und Bastelaktionen für die Kinder sowie Kaffee und selbstgebackenem Kuchen für die Eltern feierte die Kindertagespflege der Stadt Langenhagen jetzt ihr „Tagespflegefest“ unter der alten Kastanie im Hof hinter dem Haus der Jugend.
Astrid Steding, Leiterin der Vermittlungs- und Beratungsstelle für Kindertagespflege unter dem Dach des Langenhagener Jugendamtes, wollte ihre Einrichtung mit diesem Fest einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen und die Arbeit und Möglichkeiten der Kindertagespflege noch bekannter machen – der Bedarf an geeigneten Tagesmüttern ist groß und die Wartelisten sind lang. Es fehlt an einer ausreichenden Zahl von Tagesmüttern, die diese Betreuungsform anbieten können; eine Betreuungsform, die das Jugendamt als gleichberechtigt neben der Krippe und der Kindertagesstätte etablieren möchte. Von diesem Angbot können Alleinerziehende ebenso wie andere berufstätige oder in der Ausbildung befindliche Eltern profitieren.
Seit dem Jahr 2005 sind die Kommunen verpflichtet, auch für Kleinkinder unter drei Jahren Betreuungsplätze anzubieten. Das Konzept, mit dem die Stadt die gesetzlichen Vorgaben nach dem Tagespflegeausbaugesetz (TAG) umsetzen will, stellt für Langenhagen durchaus ein Alleinstellungsmerkmal dar, denn das System von angestellten und ausgebildeten Tagesmüttern ist in Deutschlands Kommunen noch nicht sehr häufig anzutreffen. Es bedeutet konkret, dass die Tagesmütter für die Zeit, in der sie ein fremdes Kind betreuen, bei der Stadt angestellt sind und ein von der Dauer der Betreuung abhängiges Gehalt beziehen. Aus- und Fortbildungen, die regelmäßige Supervision und monatliche Treffen mit allen Beteiligten zum Erfahrungsaustausch sichern ein gleichmäßig hohes Niveau der Betreuung, das Kindern und Eltern gleichermaßen zugute kommt.
In Zusammenarbeit von Eltern, Tagesmüttern und Beratungsstelle wird die Betreuung auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder hinsichtlich Betreuungszeiten, dem pädagogischem Anspruch und nicht zuletzt Ernährung auf die Vorstellungen und Wünsche der Eltern abgestimmt. Die Betreuung findet, anders als in einer öffentlichen Einrichtung, im Haushalt der Betreuungsperson statt, und das Kind nimmt dadurch am Leben einer anderen Familie teil. Und weil eine Tagesmutter häufig gleich mehrere Kinder betreut, ist dadurch auch der für Kinder so wichtige Kontakt zu Gleichaltrigen gewährleistet.
Das Betreuungsgeld, das sich nach der Dauer der Betreuung richtet, zahlen die Eltern an die Stadt; die Höhe orientiert sich dabei an der Kostensatzung für Kindertagesstätten. Analog hierzu besteht für einkommensschwache Familien die Möglichkeit, einen Zuschuss oder eine Zahlungsbefreiung zu beantragen.