Stadtbaurat bleibt im Amt

Langenhagen (gg). Aufgestellt als so genannter „Beamter auf Zeit“ endet die achtjährige Amtszeit von Stadtbaurat Carsten Hettwer im November. Der Rat beschäftigte sich in der jüngsten Sitzung mit der Wiederwahl – ein Vorschlag von Bürgermeister Mirko Heuer in Kombination mit dem Verzicht auf die Stellenausschreibung. Begründung: „Carsten Hettwer ist aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit für die Stadtverwaltung Langenhagen in besonderem Maße mit den Strukturen vertraut, leistet hervorragende Arbeit und ist bestens qualifiziert. Er besitzt ohne Zweifel die für das Amt erforderliche Eignung, Befähigung und Sachkunde.“
Bürgermeister Mirko Heuer lobte: „Ich habe mit ihm ein Jahr zusammengearbeitet. Herausfordernde Projekte reißen nicht ab, es war immer eine problemlose Zusammenarbeit, ich freue mich auf weitere acht Jahre.“ Das Verschweigen der bisherigen Probleme im Arbeitsbereich des Stadtbaurates ging BBL-Ratsherr Jens Mommsen gegen den Strich. Seiner Meinung nach ist Carsten Hettwer als Führungskraft für Personalmissstände in seinem Arbeitsbereich verantwortlich. Letztere führten zu Verzögerungen bei mehreren Bauprojekten. Zu viel sei parallel angefangen worden, was zu Lasten der Fertigstellung laufe. Jens Mommsen sagte: „Nun soll ein neues Weiherfeld-Baugebiet im Landschaftsschutzgebiet entstehen, statt zunächst die Grundschule in Ordnung zu bringen. Da fragen sich die Bürger: Haben Sie nichts anderes zu tun? Warum hat niemand den Mut, Nein zu sagen? Kritik zu äußern, ist ein demokratischer Vorgang.“ Als „schlechten Stil“ taten Bernhard Döhner (CDU-Fraktionschef) und Marc Köhler (SPD-Fraktionschef) die Kritik von Jens Mommsen ab. Marc Köhler hielt ihm vor: „Sie schaden dem Ruf der Stadt.“ Ratsherr Mike Scheer empfand den Umgang miteinander als beschämend: „Verfehlungen des Stadtbaurates, die aufgezählt wurden, gehören der Vergangenheit an. Vorgänger Sievers hat ein schweres Erbe hinterlassen. Ratsmitglieder müssen verlässliche Partner für Verwaltungsmitarbeiter sein.“ BBL-Ratsherr Werner Knabe und der unabhängige Ratsherr Wilhelm Behrens sprachen Carsten Hettwer großes Lob aus. Ratsfrau (frei) Elvira Drescher beantragte eine geheime Wahl, „um der Gleichschaltung“ zu begegnen.
Die Abstimmung brachte eine Enthaltung, drei Nein-Stimmen und 34-Ja-Stimmen zur Wiederwahl von Carsten Hettwer. Dieser bedankte sich für das entgegengebrachte Vertrauen und ergänzte: „Ich hoffe, dass mich nur wenige unterstützen mangels Alternativen. Es gibt viele Veränderungen, die Anforderungen an die Infrastruktur bringen. Im laufenden Geschäftsjahr werden 30 Millionen Euro investiert. Ich habe keine Angst davor, ich freue mich auf die Projekte. Um die Gestaltungsmöglichkeit hier, auch für Bürger, wird Langenhagen beneidet.“ Sorgen mache er sich vor der Kommunalwahl 2016, weil für große Projekte Kontinuität gebraucht werde.