Stadtdmarketing in schwerer See
Außerordentliche Mitgliederversammlung am Donnerstag
Langenhagen (he). Wie geht es weiter mit dem Langenhagener Stadtmarketing? Nach dem überraschend verkündeten Rücktritt von drei Vorstandsmitgliedern am Donnerstag vergangener Woche ist diese Frage völlig offen. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung am Donnerstag wird möglicherweise Klarheit darüber schaffen, wie groß die Bereichtschaft der Mitglieder ist Verantwortung für den Stadtmarketingverein zu übernehmen – ob diese Klärung gelingt, steht allerdings noch in den Sternen.
Für Bürgermeister Friedhelm Fischer, kraft seines Amtes Beisitzer im Vorstand des Stadtmarketingvereins, kam die Nachricht vom Rücktritt überraschend, zumal sie ihn während seines Aufenthaltes im bosnischen Bijeljina erreichte. „Obwohl die große Belastung des sehr kleinen Vorstandes in den vergangenen Monaten offensichtlich war, hat mich dieser Schritt sehr überrascht“, erklärte Fischer am Dienstag nach seiner Rückkehr. Noch in der vergangenen Woche habe er ein Gespräch mit den jetzt zurückgetretenen Vorstandsmitgliedern Petra Ostermann, Günter Sachs und Jan Waldhecker geführt; dieses Gespräch sei harmonisch verlaufen und es habe keinerlei Hinweise auf Rücktrittsabsichten gegeben.
Seine eigene Rolle als Beisitzer im Vorstand des Stadtmarketingvereins ist für Friedhelm Fischer klar definiert: Weder sei es seine Aufgabe den Vorstand zu lenken, noch ihn zu kontrollieren; vielmehr stelle sein Amt so etwas wie die Schnittstelle zur Verwaltung dar. „Schon bei der Konstituierung des Vereins hat sich der damalige Vorstand dafür ausgesprochen, dass Politik und Verwaltung nicht zu stark in die Arbeit des Stadtmarketings eingreifen sollten“, erinnert Thoralf Ohde, der als Mirarbeiter der städtischen Wirtschaftsförderung die Arbeit des Stadtmarketingvereins begleitet. Das gelte auch für die Verwendung des Stadtmarketingbudgets, auf das der Bürgermeister sehr wohl ein Auge habe, über das er aber satzungsgemäß nicht entscheide.
Friedhelm Fischer sieht die zurückgetretenen Vorstandsmitglieder nach wie vor in der Pflicht das weitere Handeln des Vereins zu gestalten – und offensichtlich sind diese auch bereit, diese Verantwortung zu übernehmen. „Entgegen meiner bisherigen Absicht werde ich bei der Mitgliederversammlung auf dem Podium sitzen und Stellung beziehen“, erklärte Günter Sachs am Dienstag nach einem Gespräch mit dem Bürgermeister. Lösungsmöglichkeiten für die Fortsetzung der Vereinsarbeit kann er allerdings nicht erkennen – die Auflösung ist also eine der Optionen. Diese kann satzungsbedingt allerdings nicht morgen erfolgen; eine weitere Mitgliederversammlung mit einem entsprechenden Tagesordnungspunkt wäre dazu erforderlich. Das Vereinsvermögen fiele in diesem Fall an die Stadt, die es ausschließlich für gemeinnützige Zwecke verwenden dürfte.
„Stadtmarketing muss nicht zwingend durch einen Verein gemacht werden“, sagt Friedhelm Fischer. Alternativ denkbar sei auch eine GmbH mit einer hauptamtlichen Geschäftsführung; dies sei in der Entstehungsphase des Stadtmarketings politisch aber nicht gewollt gewesen.
Während einzelne Aktionen durchaus erfolgreich umgesetzt worden seien, habe es im Vorstand an der gleichzeitigen Konzeptentwicklung gefehlt, sieht Thoralf Ohde eine Ursache für die schwere See, in der sich das Stadtmarketing zurzeit befindet. Unter anderem wegen mehrerer personeller Umbrüche und unterschiedlichen konzeptionellen Vorstellungen sei kein langfristig angelegtes Konzept entstanden; gegenseitige, zum Teil öffentlich geäußerte Vorwürfe hätten zu weiteren Problemen geführt. Dennoch: „Die Verwaltung wird weiterhin alle möglichen Hilfen geben“, erklärt Thoralf Ohde.
Übrigens gibt es auch Erfreuliches vom Stadtmarketing zu berichten: Der dazugehörige Arbeitskreis „Grünes Langenhagen“ um Heinz Jansen arbeitet seit Jahren ganz ohne öffentliches Getöse und hat in diesem Jahr unter anderem zum sechsten Mal zu der beliebten Veranstaltungsreihe „Offene Pforte Langenhagen“ eingeladen. Auch zur Region haben sich daraus Synergieeffekte ergeben, etwa was die Nutzung von privaten Gärten als Veranstaltungsort angeht.



