Stärkungsmittel

Ein Mann steht händeringend vor seinem Hausarzt und sagt: „Herr Doktor, Sie haben mir doch diese Flasche mit dem Stärkungsmittel verschrieben ..." — „Na, und?" fragt der Arzt und betrachtet die Flasche. „Ich krieg sie nicht auf!"
Die Hörer oder Leser reagieren auf solche Witze fast immer mit Lachen oder Schmunzeln. In der Komik der Situation steckt etwas, was den Humor im Menschen zum Vorschein kommen lässt. Lachen ist die Folge.
Es ist die wohl köstlichste Begabung des Menschen, einmal so richtig herzhaft lachen zu können. Lachend äußern wir unser Wohlbefinden. Wir können sogar dann lachen, wenn die äußeren Umstände ganz und gar nicht dazu geeignet sind. Wenn es uns in schwierigen Situationen gelingt, ein Lachen hervorzurufen, dann ist das immer schon ein Ansatz, diese Lage zu meistern.
„Nie sind wir allein, stets sind wir die Deinen. Lachen oder Weinen wird gesegnet sein", so heißt es in dem neuen Kirchenlied „Komm, Herr, segne uns". Lachen und Weinen liegen hier dicht beisammen unter dem Segen Gottes. Wir Menschen aber wollen dem mühsam schönen Leben mehr Lachen abgewinnen. Mit anderen lachen – das ist Hoffnung und Verheißung zugleich.
In der Bibel kommt das Wort „lachen" leider selten vor. Selbst in der ,Frohen Botschaft', der Nachricht von Jesus aus Nazareth, berichten die Evangelisten leider nichts vom lachenden Jesus. Vielleicht wollten sie ihn ehrwürdig und erhaben schildern. Aber Jesus muss gelacht haben, wie er auch geweint hat. Er hat gern gefeiert und war fröhlich. Und genauso freudig spricht er von Gott, wenn er ihn mit einer Frau vergleicht, die ihr Haushaltsgeld verloren hat. Sie sucht es, findet es wieder und berichtete freudestrahlend ihrer Nachbarin davon.
So ist Gott, wenn er einen verlorenen Menschen wieder gefunden hat. Gott loben im Lachen - auch das ist eine Möglichkeit. Man kann es nicht befehlen, aber wir sollten einander mehr davon gestatten und vielleicht auch einmal über uns selbst lachen. Das Lachen der Christen deckt das Leid der Welt nicht zu, sondern hilft, in diesem Leid zu bestehen. Es ist Stärkungsmittel und beste Medizin. Wir sollten einander diese Flasche öffnen helfen.
Falk Wook, Pastor