Standfestigkeit ist weiterhin gegeben

Die dreistämmige Buche mit Riesenporling.

Stadt informiert über Pilzbefall von zwei historischen Bäumen im Stadtpark

Langenhagen. Die große und beeindruckende dreistämmige Buche vor der VHS im Stadtpark, die von einem holzzersetzenden Pilz befallen ist, ist standsicher. Das ist das Ergebnis eines Zugversuches (Inclinomethode), der im Juni lief. Die ausführlichen Ergebnisse der Kontrolle liegen nun vor: Der Zugversuch an der Buche ergab im Detail, dass die Vitalität eines Stämmlings auf Grund der beeinträchtigten Funktion der Wurzeln merklich abnimmt. Sein Laubdach ist schütter und er bildet immer mehr Totholz aus. Stirbt einer der Stämmlinge vollständig ab, müssen alle drei Stämmlinge gefällt werden, da dann die Standsicherheit des gesamten Dreierverbundes nicht mehr gegeben ist. Bereits vor vier Jahren hatte die Stadtverwaltung mit Hilfe eines Zugversuches die Standfestigkeit der Stämme kontrollieren lassen, weil das mehr als100-jährige, historische Gehölz von dem sogenannten Riesenporling befallen ist. Dieser holzzersetzende Pilz bildet große Fruchtkörper an den Baumwurzeln aus, schädigt diese und lässt sie allmählich absterben.
Die benachbarte Eiche ist ebenfalls stark geschädigt. Sie hat mehrere eingemorschte Höhlungen am Stammfuß. Dort sind die Pilzfruchtkörper eines anderen holzzersetzenden Pilzes, des Lackporlings, zu finden. Nur durch die besonders intensiven Kontrollen und Baumpflegemaßnahmen in den vergangenen Jahren konnte die Verwaltung diesen, den Stadtpark prägende Baum noch so lange erhalten. Auch an diesem Baum ist demnächst ein Zugversuch geplant, um die Standsicherheit zu prüfen. Sollten trotz aller Pflegemaßnahmen die Bäume irgendwann nicht mehr zu erhalten sein, erfolgt die Nachpflanzung nach historischen Plänen. Bei einem Zugversuch wird durch eine Zugeinrichtung eine bestimmte Kraft, die aus der Beschaffenheit des Baumes (Höhe, Dichte, Durchlässigkeit der Krone, Form und Größe der Krone) sowie der Standorteinflüsse (zu erwartende Windgeschwindigkeiten, Niederschlag) berechnet wird, in den Baum eingeleitet. Die Dehnung beziehungsweise Stauchung der Holzfasern sowie der Neigungswinkel am Stamm werden mit speziellen Geräten gemessen und geben Auskunft über die Stand- und Bruchsicherheit des Gehölzes.