Starker Verein mit 951 Mitgliedern

Vorstand des NABU-Ortsvereins (von links): Wilhelm Zabel (Kassenwart), Georg Obermayr (Schriftführer), Ricky Stankewitz (erster Vorsitzender), Silke Brodersen (erweiterter Vorstand), Gunter Halle (zweiter Vorsitzender), Katja Woidtke (erweiterter Vorstand) und Carsten Engelke (erweiterter Vorstand); es fehlt auf dem Bild Christine Pracht (erweiterter Vorstand). (Foto: O. Woidtke)

NABU-Versammlung mit Vorstandswahl

Langenhagen. Auf ein erfolgreiches Jahr konnte der NABU-Ortsverein bei seiner Mitgliederversammlung zurückblicken. Der Vorsitzende Ricky Stankewitz bedankte sich bei Gunter Halle, der den Abend mit einem interessanten Vortrag zum Waldkauz (Vogel des Jahres 2017) eingeleitet hatte, und stellte anschließend mit dem Vorstand den Jahresbericht vor. Ein Höhepunkt im Veranstaltungskalender war im letzten Jahr das Fest zum 15-jährigen Bestehen, das mit interessierten Gästen, befreundeten Naturschutzvereinen, spannenden Vorträgen, einem leckeren Kuchenbüfett und einer Fledermausführung zum Abschluss gefeiert wurde.
Insgesamt bot der NABU-Ortsverein im letzten Jahr 53 Termine in Form von Führungen, Vorträgen oder Infoständen an. Fast die Hälfte dieser Termine entfielen dabei auf die Kinder- und Jugendgruppen, was den hohen Stellenwert der Jugendarbeit in der Ortsgruppe verdeutlicht. Ein besonderer Höhepunkt für die Kinder und Jugendlichen war die Fahrt zum NABU Gut Sunder, bei der sie Natur hautnah erleben konnten. Doch auch die anderen Termine boten viel Abwechslung. Die Kinder der Rudi Rotbein Gruppe wurden mit Aktionen zum Stieglitz, einer Fledermausführung oder Tümpeln spielerisch an den Naturschutz herangeführt. Zu einer wertvollen Unterstützung bei Pflegeeinsätzen sind längst die Jugendlichen der NAJU geworden. Sie waren nicht nur auf der Naturinsel aktiv, sondern halfen auch bei der jährlichen Nistkastenreinigung und bei der Kleingewässerpflege.
Um die besonnten Kleingewässer Langenhagens dauerhaft zu erhalten, mussten auch 2016 wieder Schilf und Rohrkolben sowie unerwünschte Gehölze am Gewässerrand entfernt werden. Bei den Einsätzen wurden auch offene Bodenstellen geschaffen. An den Flughafengewässern musste ein Rückgang der Gewässer mit rufenden Laubfröschen verzeichnet werden. Ursache dafür ist eine Verkrautung der Gewässer durch hohe Nährstoffeinträge aus der Grünlandnutzung im Umfeld. Erfreulich ist die Bestätigung des Pillenfarn-Vorkommens an mehreren Gewässern und der Nachweis des Mittleren Sonnentaus an einem der Kleingewässer.
Einen Erfolg konnte der NABU auch an seiner Fläche "Kreyen Wisch" verbuchen. Ein erstes vogelkundliches Gutachten wies dort 56 Vogelarten nach, die direkt von den auf der Projektfläche umgesetzten Maßnahmen profitieren. Über den Nachweis von zwei Brutpaaren Feldlerchen und einem Brutpaar Wiesenschafstelzen freut sich der NABU dabei besonders.
Im Bereich "Zusammenarbeit im Naturschutz" konnte auf tolle Veranstaltungen und gemeinsame Projekte zurückgeblickt werden. Hervorzuheben ist dabei das Fledermaus-Sommerfest auf dem Gelände des Vereins Acker-Pella, bei dem der NABU gemeinsam mit Acker-Pella, der BUND AG Fledermäuse im BUND Region Hannover und der BUND Jugend Niedersachsen viele Naturfreunde über die Möglichkeiten zum Fledermausschutz informierte. Außerdem wurden wieder verschiedene Termine in Kooperation mit NABU Nachbargruppen angeboten und gemeinsam mit Mitgliedern der Naturkundlichen Vereinigung Langenhagen (NVL) die Nistkästen im Eichenpark und Stadtpark gereinigt.
Auch in politischen Gremien war der NABU im letzten Jahr wieder aktiv. So brachte sich die Ortsgruppe auch bei der Debatte um den geplanten Schulstandort in Langenhagen ein. „Uns ist dabei wichtig, dass ein Neubau des Gymnasiums möglichst naturverträglich passiert. Bei einem Standort „An der Neuen Bult“ darf es zu keiner Störung der Kaltluftströme kommen und die Durchgängigkeit der Naturräume muss erhalten bleiben. Außerdem fordern wir, dass es keine Auslagerung von Gebäuden und Sportplätzen auf die Rieselfelder und in den Stadtpark geben wird“, erklärte Georg Obermayr, Vetreter des NABU Langenhagen in den politischen Gremien.
Der NABU-Ortsverein hat 951 Mitglieder, bei denen sich Stankewitz herzlich bedankte, da sie mit ihrer Mitgliedschaft der Stimme des Naturschutzes Gewicht verleihen. Für das kommende Jahr sind neue Projekte geplant. Mit dem Start des Projektes "Für einen Strich mehr in der Landschaft" sollen neue Kleingewässer angelegt werden, um die Kreuzkröte wieder in der Wietzeaue anzusiedeln. Außerdem ist der NABU-Ortsverein Mitglied des "Aktionsbündnisses Rieselfelder". Gemeinsam sollen die Rieselfelder vor einer Bebauung geschützt und stattdessen eine Einbindung derselben in den Stadtpark erreicht werden.
Bei den anschließenden Vorstandswahlen wurden der erste Vorsitzende Ricky Stankewitz sowie der zweite Vorsitzende Gunter Halle für weitere drei Jahre in ihren Ämtern bestätigt und Kassenprüfer sowie Vertreter zur Landesdelegiertenversammlung gewählt.