Stilvoller Erntedank beim Hegermarkt

Frank Schalwat von der Jagdfalkenschule Manfred Haas zeigte und erklärte Max (von links), Hendrik, Maleen und Melanie den prächtigen Steinadler. (Foto: C. Wurm)
 
Ortsbürgermeisterin Gudrun Mennecke (von links) gratulierte Kinderbürgerkönig Mika Trümper, Jugendbürgerkönigin Sarah Stünkel, Bürgerkönig Patrick Möller, Trägerin der Gemeindekette Barbara Nitsche und Schießsportleiter Ralf Wagner. (Foto: C. Wurm)

Gemeinschaftsleistung von Hegering, Ortsrat und Schützenverein

Engelbostel (cow). Ländliche Traditionen, jagdliche Informationen und Genüsse, regionale Spezialitäten - und das alles in historischer Atmosphäre! Das Konzept ging beim diesjährigen Hegermarkt wieder auf. Trotz des widrigen Wetters am vergangenen Sonntag, an dem es anfangs nach perfektem Sonnenschein aussah, dann jedoch in sintflutartige Regenfälle überging, fanden sich mehr als 2.000 Besucher auf dem malerischen Fachwerkhof des Gasthauses Tegtmeyer „Zum alten Krug“ an der Resser Straße ein. Der Hegering Langenhagen, der Ortsrat Engelbostel und der Schützenverein Engelbostel arbeiteten gemeinsam, um das traditionelle und seit sechs Jahren beliebte Fest für Jung und Alt erfolgreich weiterzuführen. Eine für die Ortschaft gelungene Symbiose.
Bei dem ländlichen Programm, das mit einem Erntedank-Gottesdienst in der Engelbosteler Martinskirche und einem Festumzug mit der Erntekrone zum Hof Tegtmeyer begann, gab es viel zu bestaunen und kulinarische Gaumenfreuden zu genießen. Neben Kaffee und Kuchen, frischem Steinofenbrot und Kräuterschnaps durften natürlich auch deftige Spezialitäten wie Wildgulasch und Wildbratwurst nicht fehlen.
Ortsbürgermeisterin Gudrun Mennecke, die sich über die rege Beteiligung vieler Vereine beim Festumzug freute, übernahm die Ehrung der Siegerin der Gemeindekette und übergab diese an Barbara Nitsche. Die anschließende Ehrung der Herbstmeisterin, Siegerin des Herbstpokals und des Heinz-Nitsche-Wanderpokals war ein Novum. Alle drei Trophäen gingen an Barbara Nitsche, die damit alle vier Errungenschaften der vorangegangenen Schießen für sich in Anspruch nehmen konnte.
Hegeringleiter und Organisator Mike Scheer kann sich keinen besseren Ort als den Hof Tegtmeyer für diesen nicht alltypischen Markt vorstellen. „Wir mussten schon einigen Ausstellern absagen, weil die Ständeauswahl auf dem Hof begrenzt ist, aber eben genau das macht das richtige Ambiente und passt zum Flair“, betonte Scheer. Der Wechsel der Örtlichkeit, komme für ihn nicht in Frage, da alles so wunderbar in den lebendigen ländlichen Raum passe. Die Planungen und Vorbereitungen des Marktes begannen bereits im März, wobei der dritte Sonntag im September als gesetzte Größe gilt.
Beeindruckend und schön anzusehen waren die stolzen Greifvögel der Jagdfalkenschule Manfred Haas, die Frank Schalwat mit seinen Kollegen aus Ganderkesee mitbrachte und mit den stolzen Tieren die Besucher in ihren Bann zog. Schalwat warnte allerdings jeden, der den großen Steinadler berühren wollte, scherzhaft, dass auch Greifvögel Finger zum Fressen gern haben. Mit diesen Worten zogen selbst die Mutigsten vor der martialischen Beißkraft des Tieres ihre Hände zurück.
Passende musikalische Unterhaltung gab es bei den Auftritten der Jagdhornbläser. Neben der Jagdhornbläsergruppe des SV Engelbostel, des Hegerings Langenhagen und "Das große Freie der Jägerschaft Burgdorf" sorgten auch die Lerchentaler Alphornbläser für traditionelle und anmutige Klänge. Ganz neu im Programm begeisterte die Teutonia Pipe Band aus Paderborn mit schottischen Dudelsackklängen das lauschende Publikum.
Viel Wissenswertes um die Tätigkeiten des Jägers und den tierischen Bewohnern in heimischen Wäldern zeigte das Infomobil der Jägerschaft Hannover-Land. Besonders die kleinen Besucher waren fasziniert von den ausgestopften Tieren aus Wald und Flur. Tierische Laute ließ Tierstimmenimitator Immo Ortlepp erklingen, indem er die Brunftschreie eines Hirsches oder die Sprache von Ente und Erpel nachahmte. Bei der eigens angesetzten Falknerpräsentation, bei der Mike Scheer viele Fragen an den Falkner stellte, bewies dieser, trotz des Adlers auf dem Arm, Sachwissen und Fachverstand.
Erfreulich war wieder eine große Beteiligung beim Bürgerkönigsschießen. Im Wettkampf auf der neuen elektronischen Anlage des Vereins wurde mit dem Kleinkalibergewehr der neue Bürgerkönig Patrick Möller ermittelt. Jugendkönigin wurde wie im vorigen Jahr erneut Sarah Stünkel. Über die Platzierung der Kinderkönigin konnte sich Mika Trümper freuen. Ortsbürgermeisterin Gudrun Mennecke lobte die hohe Beteiligung. Das Bürgerkönigsschießen mit dem Hegermarkt zu kombinieren, stoße auf ein breites Interesse und erfreue sich regen Zuspruchs. „Es war ein schöner Tag. Trotz der kurzen Regenschauer herrscht eine tolle Stimmung“, so Mennecke, die als Mitglied des Schützenvereins auch ihren Verpflichtungen nachgekommen war und für die große Kuchentafel im Saal des Gasthauses das ein oder andere Blech backte.