Strategien gegen Kinderarmut

Enge Zusammenarbeit soll Kräfte bündeln, um die soziale Arbeit in Langenhagen zu fördern. Von links: Heidi von der Ah, Monika Moldenhauer, Susanne Braun (VHS), Reinhard Cichowski, Gerda Holz und Annette von Stieglitz.Foto: G. Gosewisch

Langenhagener Stadtgespräch klärt auf und setzt Impulse

Langenhagen (gg). Als offenes Diskussionsforum im Ratssaal bot das Langenhagener Stadtgespräch einen lehrreichen Impuls zum Thema Strategien gegen Kinderarmut. Unter der Regie der Volkshochschule Langenhagen und in Abstimmung mit dem kommunalen Präventionsrat sowie dem Jugendamt der Stadt Langenhagen fanden sich rund 80 Interessierte aus Politik, Verwaltung, Schule und sozialen Einrichtungen zum Erfahrungsaustausch ein.
Sie erhielten durch den Vortrag der Sozialpädagogin und Politikwissenschaftlerin am Institut für Sozialarbeit in Frankfurt Gerda Holz eine umfassende sachliche Aufklärung: „Kinderarmut ist immer eine Folge der Armut der Eltern ist.“, so ihre Kernaussage, „Erwerbslosigkeit, Niedrigeinkommen, Working-poor und Hartz- IV-Bezug sind Stichworte zu den strukturellen Rahmenbedingungen der Armut. Statistisch steht jeder vierte Jugendliche im Armutsrisiko. Eine persönliche Multiproblemlage ist die Folge von Armut und nicht die Ursache.“
Ihr Appell richtet sich daher auf ein Verständnis für die Zwangslage, in der sich arme Kinder befinden: „Sie müssen Armuts-Probleme aus dem häuslichen Bereich tragen und erfahren zusätzlich eine Ausgrenzung aus der Gemeinschaft, weil sie sich beispielsweise den Zugang zu Sportstätten oder Kinobesuche nicht leisten können.“ Dr. Annette von Stieglitz, Direktorin der Volkshochschule Langenhagen, stellte die Ausführung zu Armutsrisiken, Ursachen und Prävention zur Diskussion. Insbesondere die möglichen Schutzfaktoren, die die Folgen der Armut auffangen können, standen dabei im Mittelpunkt. Eine Stärkung des Selbstbewusstseins der Betroffenen Kinder nach dem Motto `Ich schaffe es trotzdem` und ein soziales Umfeld, das wie ein Auffangnetz wirkt, sind in der Gemeinde wichtig, dabei waren sich alle Podiumsteilnehmer einig. Mit Andrea Engelhard (Schulleitung Pestalozzi-Förderschule), Vera Hellwig-Weber-Lampe (Job-Center Langenhagen), Reinhard Cichowski, (Polizei Langenhagen und Mitglied im kommunalen Präventionsrat), Martin Bergau (Superintendent Kirchenkreis Langenhagen), Monika Moldenhauer (Familienhebamme), Veronika Sauer (1. Vorsitzende der Langenhagener Tafel) und Heidi von der Ah (Leitung Jugendamt) standen Ansprechpartner aus der ganzen Bandbreite des sozialen Arbeitens zur Verfügung. Reinhard Cichowski warb für Unterstützung und Beteiligung der Bürger an der Arbeit des kommunalen Präventionsrates: „Jeder sollte sich für soziales Engagement in seinem direkten Umfeld etwas Zeit nehmen.“