Streit um Flüchtlingsunterkunft

Ortsratsbetreuerin Regine von der Haar, Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch und Ortsbürgermeister Willi Minne antworteten auf die Fragen der Einwohner im Rahmen der Ortsratssitzung. (Foto: G. Gosewisch)

Ortsrat lehnt Standort "Am Moore" ab

Godshorn (gg). Einen schweren Stand hatte Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch in der jüngsten Ortsratssitzung zum Thema Flüchtlingsunterkunft. Rund hundert Einwohner nahmen teil, einige nutzten die Aussprache für heftigen Protest. Den Standort an der Straße Am Moore lehnen sie ab, obwohl die Stadtverwaltung die Belegungszahl von 120 auf 60 reduziert hat. Unverhältnismäßig seien die Erschließungskosten und die Belegung immer noch zu hoch. Die Sozialdezernentin verwies auf mangelnde Alternativen: „Für gute Integration in die Nachbarschaft sind Unterkünfte für nur 20 Personen wünschenswert, doch uns wird zu wenig Wohnraum angeboten. Wir müssen auf die Zuweisungen reagieren und selber bauen.“ Ein Eigentümer meldete sich zu Wort, beschwerte sich, dass er nicht mal mehr Antwort von der Stadtverwaltung bekomme, wenn er Wohnraum anbietet. „Sie haben das Zehnfache des ortsüblichen Preises verlangt. Deshalb hat sich keiner mehr bei Ihnen gemeldet“, sagte Monika Gotzes-Karrasch. Sie signalisierte damit, dass Wucher nicht bedient werden soll. Ob allerdings der Preis für die Flüchtlingsunterkunft Am Moore, ein Container-Block für 1,7 Millionen Euro, gerechtfertigt ist, wurde nicht weiter thematisiert.
Alternative Standorte für eine Flüchtlingsunterkunft haben die Ortsratsfraktionen für Godshorn benannt. Nicht nachvollziehbar sei, warum die Stadtverwaltung dazu keine konkrete Erläuterung gegeben habe, so der Tenor nach der Sitzung. Einstimmig wurde die Drucksache „Modulanlage Am Moore“ abgelehnt. Ob der Rat sich diesem Votum in der nächsten Sitzung am Montag, 18. April, um 18 Uhr im Ratssaal anschließt, ist offen.