Streit unter Flüchtlingen in Unterkunft

Polizei greift an der Hans-Böckler-Straße ein

Langenhagen. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ist es gegen 0 Uhr in
der Flüchtlingsunterkunft an der Hans-Böckler-Straße zu Streit unter mehreren Personen gekommen. Bilanz: Drei Strafverfahren wegen Körperverletzungen und fünf Leichtverletzte.
Nach bisherigen Erkenntnissen war es zunächst zu einem Wortgefecht über eine Bagatelle zwischen zwei Personengruppen gekommen. Im Verlauf der Auseinandersetzung beleidigten sich die Beteiligten und es kam zu einem Gedränge unter den Streithähnen. Dabei fiel ein Zehnjähriger zu Boden und verletzte sich leicht.
Im Anschluss schlug die Mutter des Jungen eine 25-Jährige. Danach kam es zu einem Streit unter mehreren Bewohnern und weiteren Handgreiflichkeiten. Vier Männer (13, 24, 48 und 49 Jahre) wurden dabei leicht verletzt - lediglich der 24-Jährige und der zehnjährige Junge mussten ambulant medizinisch versorgt werden und wurden dazu
mit Rettungswagen in eine Klinik gebracht.
Die Polizei ermittelt nun in zwei Fällen wegen des Verdachts der Körperverletzung gegen einen 30 Jahre alten Mann sowie eine 30-jährige Frau und in einem Fall wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung gegen einen derzeit noch unbekannten Täter.
Während des Polizeieinsatzes kam es zu einer Spontandemonstration von etwa einhundert Asylbewerbern vor der Unterkunft, die eine schnellere Bearbeitung ihrer Anträge forderten. Die Demonstration wurde nach wenigen Minuten wieder beendet.
Die Flüchtlingsunterkunft wird von den Johannitern geführt. Pressesprecherin Antje Heilmann erklärt zum Hintergrund: "Es war tatsächlich einen Banalität, die Ursache des Streits war. Einige wollten das Licht an haben, andere aus. Da die Situation eskalierte, hat der Sicherheitsdienst vor Ort die Polizei gerufen." Noch in derselben Nacht hat die Unterkunftsleitung angeordnet, dass eine Gruppe von Flüchtlingen umziehen musste. Kurzfristig konnte eine kommunale Einrichtung in Garbsen dafür genutzt werden.