Stromfasten

Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit in der Kirche. Besonders in den katholischen Gemeinden ist das eine ungebrochene Tradition. Aber auch viele evangelische Christen haben es für sich wiederentdeckt, einmal im Jahr für einen begrenzten Zeitraum ganz bestimmte Dinge wegzulassen. Unter dem Motto „sieben Wochen ohne“ wird zum Beispiel auf Alkohol, auf Süßigkeiten oder auf ungebremsten Fernsehkonsum verzichtet.
Im letzten Jahr haben wir in unserer Familie in der Fastenzeit vor Ostern auf Fleisch verzichtet. Das ist im ersten Moment gar nicht so einfach, weil viele der Standardrezepte, die wir zuhause so auf die Schnelle kochen, Fleisch enthalten. Meine Frau hatte deshalb in der Stadtbibliothek ein paar Kochbücher für vegetarische Gerichte ausgeliehen, die wir zu Rate gezogen haben. Die Erfahrungen mit diesen Rezepten waren gemischt. Manchmal machten alle am Tisch lange Zähne. Manches wurde aber auch in das normale Repertoire aufgenommen und erfreut uns bis heute regelmäßig. Gelohnt hat es sich in jedem Fall, weil wir uns alle plötzlich ganz ernsthafte Gedanken gemacht haben darüber, was wir täglich essen. Und das hat etwas bewegt im Kopf.
In diesem Jahr haben sich einige Kirchengemeinden an ein Projekt der Klimaschutzagentur der Region Hannover angeschlossen. Da geht es um „Stromfasten“. Sieben Wochen lang soll eine bewusste, sparsame und damit ökologische Nutzung von elektrischer Energie eingeübt werden. Ich bin gespannt, ob sich auch durch diese Aktion etwas in meinem Kopf verändern wird.
Ein Info-Abend zur Aktion „Stromfasten 2014“ findet am Mittwoch, 19. Februar um 19 Uhr im Gemeindehaus der Kirchengemeinde „Zum guten Hirten“ in Godshorn statt. Jeder kann sich dort informieren. Jeder kann mitmachen. Richtig los geht es am 5. März, dem Aschermittwoch.

Torsten Kröncke, Pastor