Sturz aus der Höhe überlebt

Das Eichhörnchen-Jungtier ist den Krähen entkommen. (Foto: F. Düsterhöft)

Ehepaar Teufert kümmert sich um Eichhörnchen

Langenhagen. "Bedenke bitte, dass Eichhörnchen zu den natürlichen Feinden der Krähen gehören" meinte der Langenhagener Tierarzt Frank Düsterhöft zu seinem ehemaligen Biologielehrer Karlheinz Teufert, als der ihm ein etwa fünf bis sechs Wochen altes Eichhörnchen brachte, dass im Eichenpark von Krähen hin- und her gejagt, schließlich aus einem der noch kahlen Wipfel gefallen war, aber Gott sei Dank den Sturz aus der Höhe einigermaßen glimpflich überstanden hatte. Da lag nun das Kleine hilflos im Bodenlaub, aber die rabenschwarzen Gesellen aus der benachbarten Saatkrähenkolonie griffen das arme Tier weiterhin unvermindert an. Sein frühes Ende schien unausweichlich. Daraufhin sprang der 86-jährige Pensionär in das Gebüsch, um bei diesen aggressiven Rabenvögeln schnellstens einen sofortigen Fluchtreflex auszulösen. Die Krähen suchten zwar das Weite, blieben jedoch lauernd in Blickkontakt, um später ihr Ziel dennoch erreichen zu können. Hilfesuchend blickten Karlheinz Teufert und seine Frau Yoshiko nun aus einem flauschigen Pelz zwei dunkle Kulleräuglein an, die jetzt ihrerseits den Hilfsinstinkt des älteren Ehepaars ansprachen. Der kleine, noch im Schockzustand zuckende Eichkater erholte sich nur langsam, begann dann aber allmählich auch seine Beweglichkeit wiederzufinden. Geborgen in einer Einkaufstasche aus weichem Stoff brachte Karlheinz Teufert den kleinen Findling zu seinem ehemaligen Schüler, dem oben erwähnten Tierarzt. Kleine Eichhörnchen lassen sich leider nicht allein aufziehen, da sie nur von ihren Artgenossen lernen können, sich später auch artgerecht zu verhalten. Und von den Jungen, so kann man in der Fachliteratur lesen, sollen in freier Wildbahn nur 20 Prozent der Tiere den ausgewachsenen Zustand erreichen. Den Empfehlungen des Eichhörnchen-Notrufs folgend, wurde das Tier dann nach Hannover zur Praxis Antonia von Preyss, der für diesen Fall zuständigen Expertin, gebracht, die dann auch die weitere Betreuung übernahm.
Ob das Jungtier später erfolgreich ausgewildert werden kann, wird abzuwarten sein. "Leider hat im Eichenpark der Eichhörnchenbestand in letzter Zeit sichtlich abgenommen, inwieweit die geschützte Saatkrähenkolonie ihren Anteil dazu beigetragen hat, müßten Experten ermitteln", meint Karlheinz Teufert.